Meteorlar (NL/TR 2017, Gürcan Keltek) / I’m not a Witch (GB/F/D 2017 Rungano Nyoni)

Woah, what a show! Thanks a lot to Tomaga, UT Connewitz and everyone involved and of course thanks to all of you for coming around!

Today we’ll continue at Luru Kino with two films that we found particularly important to show and are happy to have in our programme. At 8pm there will be the German premiere of Gürcan Keltek’s METEORLAR – a very up-to-the-minute film as it deals with the situation of Kurdish people in the southeast in Turkey. METEORLAR intermingles documentary, journalistic and fiction filmmaking, uses landscape portrayals, poetry, interviews and acting, and in doing so creates a very unique cinematic language. Don’t miss it!

At 10pm, we’ll have a screening of I AM NOT A WITCH – Rungano Nyoni’s singular, strange Zambian witch-hunt fairy tale. Here’s a quote by Nyoni from an interview for MUBI Notebook: »I wanted to make it a fairy tale because I found a really good Zambian way of saying the story, without making it about Zambia. I grew up on fairy tales. I’ve always wanted to do this, actually. In a way, I was trying to get away­—perhaps as a first-time filmmaker this is a bit of a cliché—I was trying to get away from ›the arc.‹ It’s always ›the arc, arc, arc arc,‹ and I was trying to do something different. I was trying to do something that I grew up with, which is that my family used to tell me fairy tales and they were really particular. Fairy tales in general are very strange, but Zambian ones mix genres. They’re for kids, but they’re really violent, and they’re funny, and they mix magic realism. All of these things I wanted to take for my film. They are really musical. I was trying to do that.«

Make sure to be on time for both films as the seats at Luru Kino are quite limited. / Da die Plätze im Luru Kino recht begrenzt sind, empfiehlt es sich heute besonders pünktlich zu sein.

Thu 12 April 2018
Luru Kino
8 PMHOW TO RESIST…
METEORLAR / METEORS (NL/TR 2017)
D: Gürcan Keltek 98’ OV w/ English subtitles
[German Premiere]
10 PMJUNG & FRISCH
I AM NOT A WITCH (GB/F/D 2017)
D: Rungano Nyoni 98’ OV w/ English subtitles

Deutschlandpremiere

METEORLAR / METEORS

NL/TR 2017, Dok., Regie: Gürcan Keltek, OmeU/OV with English subtitles, 84’, DCP

Schatten, Schemen, Stein und Schnee fließen ineinander über. Eine Gruppe von Steinböcken wird aus der Ferne von Jägern fixiert. Grobkörnige, flackernde Bilder, eine Kreisblende. Wie aus den Anfängen des Kinos. Aus einer Zwischenwelt. Dann das Grauen des Krieges, Kampfjets, Explosionen, Einschusslöcher. In den Straßen: Wut und Widerstand. Schließlich folgt die Kamera ein Stück weit der Schriftstellerin und Schauspielerin Ebru Ojen Şahin, deren Zeilen das elegische Schwarz-Weiß begleiten. Ein heiliger Berg, religiöse Statuen, eine Sonnenfinsternis, Meteorschauer. Ein bemerkenswerter Film, der mit dokumentarisch und fiktionalen Fragmenten arbeitet, der abwechselnd klaustrophobisch und himmlisch bebildert, der aufgeladen ist mit Symbolik und politischer Brisanz. METEORS will das Schweigen brechen, Gegenbilder entwerfen, Zeugenschaft ablegen. In seiner poetisierten Machart verbindet er Naturmystik mit einem Aufschrei gegen staatliche Unterdrückung, die Bergregionen Südostanatoliens mit den urbanen Landschaften belagerter Ortschaften. Wie an etwas erinnern, was nicht stattgefunden haben darf?


I AM NOT A WITCH

GB/F/D 2017, Regie: Rungano Nyoni, DarstellerInnen: Margaret Mulubwa, Henri BJ. Phiri, Nancy Mulilo, 98’, OmeU/ OV with English subtitles, DCP

Dass Shula keine magischen Kräfte hat, sondern ein kaum zehn Jahre altes, auf sich allein gestelltes Kind ist, wird jedem zu Beginn unmittelbar klar. Allerdings ist sie in der Nähe, als eine Frau beim Wasserholen stürzt. Absurd! Aber Grund genug, dass Teile einer sambischen Dorfgemeinde sie der Hexerei bezichtigen. Das Urteil ist schnell gesprochen und die schweigende Shula wird in ein Witch-Camp verfrachtet und als Attraktion für Selfie schießende Westerner ausgestellt. Von den älteren Mithexen erfährt sie allerdings Schutz und Gemeinschaftssinn. Nachdem der Regierungsbeamte Mr. Banda verkündet: „You are my little witch now“, entspannt sich ein grotes-ker Parcours. Rungano Nyoni verhandelt in I AM NOT A WITCH Themen wie Misogynie und Aberglauben, aber auch die An- und Abwesenheit von weiblichem Empowerment sowie die Solidarität zwischen Unterdrückten. Erzählerisch changiert der Film zwischen schwarzhumoriger Satire, Märchen und präzise auf den Punkt gebrachter feministischer und globaler Gesellschaftskritik.

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