Here’s Ricaletto’s designs for this year’s GEGENkino poster as well as for our flyers – in new and shiny colours!
Keep your eyes open while walking through the city and see the life-size versions of them!
Flashy!
On Friday, 22 Apr, 7pm and in cooperation with the GRASSI Museum of Ethnography we will screen »Concerning Violence« by Göran Hugo Olsson, whom you may know as the director of »The Black Power Mixtape 1967-1975«. Even though this is not particularly African cinema, »Concerning Violence« is more than relevant with regard to the issues we want to address and discuss in the AFRICAN OUTLINES section. The film, which carries the subtitle »Nine Scenes from the Anti-Imperialistic Self-Defense« is, for one part, a filmic involvement with the ideas of one of the pioneers of postcolonialism—Frantz Fanon—, and as well a resurrection of concrete African history as director Olsson’s assembles found footage material from the archives of different African national independence movements.
Again, we are working together with AG Postkolonial Leipzig for this screening and Diana Ayeh & Natascha Bing will give an introduction and context to Olsson’s film.
Read more about the film and see the trailer below.
Einführung durch Diana Ayeh & Natascha Bing(AG Postkolonial Leipzig)
Concerning Violence – Nine Scenes from the Anti-Imperialistic Self-Defense
Dok SE/FI/US/DK 2014, R: Göran Hugo Olsson, 85’, OmU, BluRay
Vor dem Hintergrund von Frantz Fanons Buch „Die Verdammten dieser Erde“ erzählt ConcerningViolence von den Aufständen, die zur Entkolonialisierung Afrikas führen sollten. Neu entdecktes Archivmaterial über die gewaltsame Konfrontation mit den Kolonialmächten in der Zeit zwischen 1966 und 1984 wird kombiniert mit Zitaten aus Fanons polarisierendem Text, der Anfang der 60er Jahre eine gesamtafrikanische Vision einer sozialistischen Revolution entwarf, die sich als Gegengewalt sowohl gegen koloniale und imperialistische Unterdrückung, als auch gegen die neuen „einheimischen“ Regierungen richten sollte. Die Musikerin Lauryn Hill liest die eingeblendeten Textpassagen, die das Filmmaterial strukturieren und kommentieren. Aufnahmen von der Befreiungsbewegung in Angola, der FRELIMO in Mosambik und dem Unabhängigkeitskampf in Guinea-Bissau werden dokumentarische Bilder von schwedischen Missionaren in Tansania und einem Streik in einer schwedischen Mine in Liberia gegenübergestellt.
Ein Blick auf aktuell schwelende Konflikte zeigt, dass Afrika entlang der alten Kolonialgrenzen auch über 50 Jahre nach Fanons Tod die Folgen der jahrhundertelangen europäischen Raubzüge und Interventionen noch lange nicht überwunden hat. (Film mit einem Vorwort von Gayatri Spivak)
22.April,19Uhr – Grassi Museum
Africa is not a country. Hence, at this year’s GEGENkino we want to show the great diversity of contemporary African cinema in our section AFRICAN OUTLINES.
On Apr 26 we will screen the film »Run«—director Philippe Lacôte’s
unique take on the First Ivorian Civil War that took place in the years
from 2002 until 2007. Diana Ayeh & Natascha Bing of
AG
Postkolonial Leipzig
will give an introduction to the movie, give some insights into the
historical context and the postcolonial concerns of the film.
We’re looking forward!
mit einer Einführung
von Diana
Ayeh & Natascha Bing (AG
Postkolonial Leipzig)
Run
CIV/F 2014, R: Philippe Lacote, D: Abdoul Karim Konaté, Isaach de Bankolé, Djinda Kane, OmeU, 102’, DCP
Traumwandlerisch geht ein junger Mann im Gottesdienst auf den Premierminister zu und tötet ihn, während alle anderen Besucher still und unbeteiligt auf ihren Plätzen sitzen. Danach beginnt seine Flucht – vor den Verfolgern, vor sich selbst, vor seinen Träumen und Erinnerungen. Unklar bleibt zunächst, ob es auch der Lauf in die Freiheit ist. Voltenreich wie die Flucht seines gleichnamigen Protagonisten, erzählt Run seine Geschichte vor der Kulisse des Bürgerkriegs der Elfenbeinküste, dem von 2002 bis 2007 3.000 Menschen zum Opfer fielen. Regisseur Philippe Lacôte verbindet erzählerische Elemente aus der afrikanischen Mythologie und Naturmystik mit dem realen Kontext der Krise. Sein meisterlicher Plot legt die Biografie eines Freiheitskämpfers frei, der zunächst eigentlich ein Regenmacher sein wollte, dann als Assistent der Jahrmarktkuriosität und professionellen Wettesserin Gladys das Leben eines Tramps führte und sich schließlich der Patriotischen Jugend anschließt und den Untergrundkampf aufnimmt.
26. April, 21 Uhr – Luru-Kino in der Spinnerei
Only two weeks left until GEGENkino #3 starts—and now here’s for some very special announcement!
On Apr 28 the VERTICAL CINEMA project will come to Leipzig as part of GEGENkino festival and will turn the cinema screen towards the church dome. At the Paul-Gerhard-Church in Connewitz a 9x4m large vertical cinema screen will be installed and a special construction of 35mm projectors will screen a seldomly before-seen selection of experimental films by a variety of international film and video artists.
Vertical Cinema events have been taking place so far only at selected festivals and venues—most recently at the Baltā Nakts in Rīga last September—and this will be the first Vertical Cinema screening in Germany.
Read more about the project below.
Moreover, we announce that our ticket pre-sale starts tomorrow!
Tickets for the whole festival are 38/32 (red.) euros and will be available, as usual, at Filmgalerie Westend (Industriestraße 18) and in the Buchhandlung W. Otto & Nachf. (right next to the UT Connewitz). More information in the ticket FAQ.
See you soon,
your psyched up GEGENkino crew
Vertical Cinema [Deutschland-Premiere]
(R: diverse, ohne Dialog, 35mm)
Unser Blick richtet sich senkrecht nach oben – aus der Dunkelheit dem Licht entgegen. VerticalCinemaverbannt traditionelle Projektionsformate und dreht eine Cinemascope-Leinwand mit ihren sehr breiten Ausmaßen um 90 Grad. Damit ist die Leinwand zwölf Meter hoch und bildet mit den speziell gefertigten 35mm-Projektoren – ebenfalls um 90 Grad auf die Seite gekippt – einer Konzertanlage und dem Längsschiff der Paul-Gerhard-Kirche das wundervoll geeignete Setting, in dem eine Kurzfilmrolle gewohnte Filmerlebnisse neu auslotet, in die Vertikale verschiebt und in seiner Intensität fast schon in den Himmel wachsen lässt. Zehn Gruppen von Avantgarde-FilmemacherInnen, MusikerInnen und bildenden KünstlerInnen wurden für die gezeigte Kompilation beauftragt, jeweils einen Film zu produzieren. Die Arbeiten stehen in verschiedenen Traditionslinien des abstrakten Kinos: strukturelle Experimente, found footage-Remixes, chemische Filmmaterialuntersuchungen und Laser-Aktionen verlagern auf faszinierende Weise das kinematografische Bild auf eine neue Achse.
Tina Frank (AT): Colterrain (10’)
Björn Kämmerer (DE/AT): Louver (10’)
Manuel Knapp (AT): V~ (9’)
Johann Lurf (AT): Pyramid Flare (5’)
Joost Rekveld (NL): #43 (10’)
Rosa Menkman (NL): Lunar Storm (4’)
Billy Roisz & Dieter Kovačič (AT): BRING ME THE HEAD OF HENRI CHRÉTIEN! (8’)
Makino Takashi (JP) & Telcosystems (NL): Deorbit (17’)
Esther Urlus (NL): Chrome (8’)
Martijn van Boven & Gert-Jan Prins (NL): Walzkörpersperre (11’)
mit einer Lecture von Filmemacher Johann Lurf über das Projekt Vertical Cinema und anschließendem Q&A
28. April, 21 Uhr – Paul-Gerhard-Kirche Connewitz
€ 8-15 (Eintrittsvorschlag)
In this year, too, we want to continue to examine the political
potential of cinema as well as its involvement in the formation of a
cultural memory, its representation of history and its function as a
vehicle for collective commemoration.
Accordingly, we’re really happy to have Prof. Dr. Marcus Stiglegger—film scholar and cultural scientist from Berlin – coming to our festival on Apr 24, 2016 and present his recent findings on cinematic representations of the Shoah.
Also, we are glad to be able to screen the Oscar and Golden Globe winning and really outstanding film »Son of Saul« by László Nemes, after the lecture.
Lecture
Auschwitz Cinema. Filmische Reflexionen des Holocaust von Marcus Stiglegger
Changierend zwischen einem Bildverbot für das Unfassbare und dem Gebot des Erinnerns verlief die filmische Aufarbeitung der Ereignisse unter der nationalsozialistischen Okkupation zunächst schleppend, nachfolgend dann in mehreren, eher tastenden Phasen. Ende der 1970er-Jahre hatte sich schließlich eine der Auschwitz-Literatur vergleichbare filmische Vermittlungsform etabliert, in der sich eine eigene Ikonografie des Völkermordes und der Konzentrationslager herausbildete. Die Kraft dieser Bildinszenierungen wirkt bis heute. Ihr ikonischer Charakter überlagert die historischen Ereignisse – mehr noch: Die Simulation dieser Ereignisse wird im kollektiven Gedächtnis mit den geschehenen Ereignissen gleichgesetzt. In seinem Vortrag Auschwitz Cinema wird Film- und Kulturwissenschaftler Marcus Stiglegger mit Blick auf Mythenbildung die wesentlichen Tendenzen der Kinematografie, die Narrative und Bildwelten ihrer Holocaust-Fiktionalisierung nachzeichnen. Mit kursorischem Blick untersucht er ausgehend von der Nachkriegszeit sowohl die Suche nach Orientierung in den 1960er Jahren, die skandalösen Experimente der 1970er Jahre, die Genese einer Ikonografie in den 1980er Jahren als auch die Zeit nach dem Paradigmenwechsel durch Steven Spielbergs Schindlers Liste (1994). Anhand verschiedener Filmbeispiele wird Stiglegger über den aktuellen Holocaust-Diskurs sprechen sowie auch marginalisierte Filme wie Love Camp 7 (1969), Salon Kitty (1976) oder Tras el cristal (1987) schlüssig in den Diskurs integrieren.
Im Anschluss
Saul fia (Son of Saul)
HU 2015, R: László Nemes, D: Géza Röhrig, Levente Molnár, Urs Rechn, 107’, OmU, BluRay
Statt zu versuchen, den Überblick zu bewahren, stürzt der Film sich direkt ins Getriebe einer monströsen Todesfabrik und konzentriert sich dabei vordergründig nur auf ein einziges, winziges Rädchen darin. Die gesamte Zeit über bleibt das Geschehen dem Protagonisten Saul und seiner Wahrnehmung verpflichtet. Damit betreibt Son of Saul ein Wechselspiel, das einerseits immer wieder explizite Darstellungen verweigert, andererseits jedoch genau jene Bilder liefert, die es – ginge es nach Shoah-Regisseur Claude Lanzmann – gar nicht geben dürfte. Am grausamsten ist letztlich das, was wir nicht oder nur unzureichend sehen: die unscharfen Aufnahmen, die mit Hilfe unserer Fantasie vervollständigt werden müssen, angefeuert von einer lärmenden Todes-Kakophonie aus Schreien, Schüssen und dem endlosen Rattern der Vernichtungsmaschine.
24. April, 20 Uhr – UT Connewitz

















