Programm 2019

Do, 11.4
UT Connewitz

20 UhrVorfilm
Gulyabani
NL/TR 2018, R: Gürcan Keltek, 35’, OmeU / OV with English subtitles, DCP
La Casa Lobo
CL 2018, R: Cristóbal León & Joaquín Cociña, 75’, OmdU, DCP
Pracht
22 Uhr
Geschichten vom Kübelkind
BRD 1971 • R: Ula Stöckl, Edgar Reitz • D: Kristine de Loup, Bruno Bendel, Alf Brustellin • 22 Episoden • Gesamtlänge: 220’ • OmeU, digital
Fr, 12.4
LURU
20 Uhr
Ich war zuhause, aber…
D/SRB 2019 • R: Angela Schanelec • D: Maren Eggert, Franz Rogowski, Alan Williams, Jakob Lasalle, Lilith Stangenberg • 105’ • OmeU, DCP
22 UhrTED FENDT DOPPEL
Short Stay
USA 2016 • R: Ted Fendt • D: Mike Maccherone, Elizabeth Soltan, Mark Simmons • 61’ • engl. OV, 35mm
Classical Period
USA 2018 • R: Ted Fendt • D: Calvin Engime, Evelyn Emile, Sam Ritterman, Christopher Stump • 62’ • OmdU, 16mm
in Anwesenheit des Regisseurs Ted Fendt
Sa 13.4
UT Connewitz
21 UhrAndrea Belfi, I T O E & Flying Moon in Space vertonen MATERIALFILME von Birgit und Wilhelm Hein
Materialfilme
BRD 1976, 35’, 35mm
Reproductions
BRD 1969, 34’, digital
625
BRD 1968, 28’, digital
So 14.4
UT Connewitz
14 UhrDie Mumins – Auf Kometenjagd
FI 2010, R: Maria Lindberg, 75’, deutsche Fassung, Blu-ray
Luru Kino
21:30 Uhr
Long day‘s journay into night
CHN/F 2018 • R: Bi Gan • D: Tang Wei, Huang Jue, Sylvia Chang, Lee Hong-Chi, 138’ • OmeU, DCP, 3D
Mo 15.4
UT Connewitz
ARBEIT AM BILD – Einblicke in das Werk von Hartmut Bitomsky
20 UhrEinführung von Ramón Reichert
Deutschlandbilder
BRD 1982/83, R: Hartmut Bitomsky, Heiner Mühlenbrock, Dok, 60’, dOV, 35mm
22 UhrReichsautobahn
BRD 1984-86, R: Hartmut Bitomsky, Dok, 91’, OmeU, 35mm
Di 16.4
UT Connewitz
PARAFIKTION: Salomé Lamas
19 UhrKurzfilmrolle
Ubi Sunt
PT 2017, Dok, 30′ OmeU, DCP
A Torre
PT 2017, Dok, 30′ OmeU, DCP
Theatrum Orbis Terrarum
PT 2017, Dok, 30′ OmeU, DCP
Coup de Grâce
PT 2017, Dok, 30′ OmeU, DCP
21 UhrTerra de Ninguém (No Man’s Land)
PT 2012, R: Salomé Lamas, 72’, Dok, OmeU, DCP
Mi 17.4
Luru Kino
ARBEIT AM BILD – Einblicke in das Werk von Hartmut Bitomsky
18 UhrLudwig Harig | Ein Blumenstück (A Flower Piece)
Komposition: Wolfgang Wölfer • Regie: Hans Bernd Müller • Mit Günther Sauer, Joachim Nottke, Charles Wirths • Ensemble: Zürcher Kammersprechchor und das Kinderfunkensemble Christa Frischkorn • Produktion: SR/HR/SDR/SWF 1968 • 53’
19 UhrEinführung von Frederik Lang
„L’Argent“ von Bresson
BRD 1983, R: Hartmut Bitomsky, Manfred Blank, Harun Farocki, 30’, dOV, File
Das Kino und der Tod
BRD 1988, R: Hartmut Bitomsky, 46’, dOV, Betacam SP
21 UhrDas Kino und der Wind und die Photographie
D 1991, R: Hartmut Bitomsky, 56’, dOV, DigiBeta
Spare Time
UK 1939, R: Humphrey Jennings, 15’, englische OV, 16mm
Do 18.4
Schaubühne
18 UhrEröffnung: Ausstellung
18 – 23 UhrAustellung
Big Bang Backwards Lecture-Performance | Video | Nadia Tsulukidze | 2018 | 50’
The Embassy Filipa César | 2012 | 37’ | Video
Trisal and additional works | Gabriele Stötzer | 1986 | 20’
Can’t you see them? – Repeat. Installation with film (8’), light projecting motion-control-system „CYST“, Alu Dibon photo print / Clarissa Thieme | 2019
Staatsbegräbnis I Radio play | german language / Ludwig Harig | 1969 | 64’
Gemeinsam unerträglich – Ein dokumentarisches Mosaik Radio play I german language | Ernest Ah, Sabrina Saase und Lee Stevens vom Kollektiv der Raumerweiterungshalle | 2018 | 60’
19 UhrLecture-Performance by Nadia Tsulukidze
Big Bang Backwards
2018, 50’, in englischer Sprache
20:30 Uhrre.act.feminism #2 – a performing archive, 2011-2014
Vortrag von Beatrice Ellen Stammer zum „Wanderarchiv“ re.act.feminism / Lecture by Beatrice Ellen Stammer on the “wandering archive” re.act.feminism (in German)
22 UhrL’Époque – Young and alive
F 2018, R: Matthieu Bareyre, Dok, 96‘, OmeU, DCP
Fr 19.4
Schaubühne
ab 16 UhrAusstellung
19 UhrLecture (N. Frankenberg)
Watermelon Woman
USA 1996, R: Cheryl Dunye, D: Cheryl Dunye, Guinevere Turner, Valarie Walker, Cheryl Clarke, Sarah Schulman, Camille Paglia, Brian Freeman, 90’, englische OV, DCP
22 UhrI do not care if we go down in History as Barbarians
RO/CZ/F/BG/D 2018, R: Radu Jude, D: Ioana Iacob, Alex Bogdan, Alexandru Dabija, 139‘, OmeU, DCP
Sa 20.4
Schaubühne
ab 16 UhrAusstellung
18 UhrPodium
20 UhrBetes Blondes – Blonde Animals
FR 2018, R: Maxime Matray, Alexia Walther, D: Thomas Scimeca, Basile Meilleurat, Agathe Bonitzer, 101’, OmeU, DCP
22 UhrDas melancholische Mädchen
D 2019, R: Susanne Heinrich, D: Marie Rathscheck, 80’, OmeU, DCP
So 21.4
Schaubühne
PARAFIKTION: Salomé Lamas
ab 16 UhrAusstellung
Gabriele Stötzer und Claus Löser im Gespräch
20 UhrExtinction
POR/ D 2018, R: Salomé Lamas, 80’, Dok, OmeU, DCP
22 UhrEldorado XXI
PT/F 2016, R: Salomé Lamas, 125’, Dok, OmeU, DCP
Mo 22.4
Schaubühne
16 UhrHeimat ist ein Raum aus Zeit
D/AT 2019, R: Thomas Heise, Dok, 218’, dt. OV, DCP
In Anwesenheit von Thomas Heise

GEGENkino präsentiert | Andrea Belfi, I T O E & Flying Moon In Space vertonen Materialfilme (BRD W+B Hein)

Hier ist unsere erste Ankündigung:

Sa 13. April 2019
UT Connewitz
LIVE SCORE
21 UhrAndrea Belfi, I T O E & Flying Moon In Space vertonen
Materialfilme (BRD W+B Hein): Materialfilme (1976 , 35′, 35mm), 625 (1969, 34′, digital), Reproductions (1968, 28′, digital)

vorab:Andrea Marinelli: SECRETSHOW

Als progressive Vertreterinnen des Undergroundfilms der 60er und 70er Jahre vollziehen Wilhelm und Birgit Hein eine radikale Abkehr vom Erzählkino. Anti-illusionistisch und nicht-unterhaltend sind ihre Materialfilme, von denen wir eine Auswahl sehen. Die physische Präsenz des analogen Filmstreifens und die technischen Voraussetzungen seiner Vorführung, die ansonsten im Verborgenen verbleiben (die zum Abspiel benötigten Perforationen etwa, die Tonspur oder der bei der Vorbereitung entstandene Ausschuss) bilden in W+B Heins Arbeiten wiederkehrende Elemente genauso wie Zurichtungen des Zelluloids. Fragmente und Überbleibsel üblicherweise nicht sichtbarer Start- und Endbänder von 35mm-Kopien, deren Zerkratzungen und einzelne Bildkader unbeachtende Neuanordnungen bilden, bilden den Bestandteil von „Materialfilme“. „625“ besteht aus mit wechselnden Unschärfen vom TV abgefilmten und negativ reproduzierten, körnigen Rastern, die sich auf 625 Zeilen verteilen.

I T O E , Andrea Belfi und Flying Moon in Space, die auf je eigene Weise an der Schnittstelle von Ambient, Kraut und Psychedelia arbeiten, werden je einen Materialfilm live und exklusiv vertonen. Der Sechser Flying Moon in Space klingt, als käme er from Outta-Space. Mit viel Effektrückenwind erzeugen sie groovenden, harmonischen Progrock und gelegentlich harte, eruptive Jam-Passagen. Solo-Schlagzeuger Andrea Belfi bespielt gleichzeitig ein spartanisches Drum-Set und verschiedene elektronische Tonerzeuger und lässt so seine ein reiches Klangspektrum generierenden Spieltechniken mit den Texturen der Synthesizer verschmelzen. Freiheit in der Struktur und Synthies auch bei I T O E, die ihre Klangradikale zusätzlich mit Gitarrenschleifen und gelegentlichen Saxophonspuren anreichern und in hypnotischen Repetitionen aufgehen lassen.

In SECRETSHOW arbeitet der italienische Musiker und Medienkünstler Andrea Marinelli mit den nahezu vergessenen ästhetischen Potenzialen von Overheadprojektoren. Im Zusammenspiel mit elektronischen Klanglandschaften improvisiert er jedes Mal aufs Neue eine einzigartige Erfahrung aus Licht und Sound. Die audiovisuelle Performance nutzt die Besonderheiten städtischer oder musealer Orte, die Farben und Texturen der Wände, die Verwinkelungen von Räumen. Fotografien von Gesichtern, Masken und Statuen überlagern einander, Schatten interferieren und verschwinden, die sonst so definierte Kadrage des Bildes unterliegt einer konstanten Veränderung. Gealterte Filmstreifen spielen mit der Aura des Ikonischen, während Tonaufnahmen von verschiedenen Sprachen und Dialekten multiple Bedeutungsfelder eröffnen, Geheimnisse lüften und wieder verschlüsseln. Die u.a. schon auf internationalen Festivals wie dem IFF Locarno gezeigte Show variiert der Mailänder Künstler auch für kleine, familiäre Settings wie etwa private Partys. Für das GEGENkino wird er im Rahmen einer Deutschlandpremiere einen Abend für die akustischen und architektonischen Charakteristika des UT Connewitz gestalten.

T I C K E T S gibt es bei culton im Peterssteinweg 9 und online über tixforgigs.com

GEGENkino #6 | 11. – 22. 4.

Das GEGENkino-Team meldet sich zurück!

Die 6. Ausgabe des GEGENkino Festivals findet vom 11. bis zum 22. April in Leipzig statt. Spielstätten sind auch dieses Mal die Schaubühne Lindenfels, das UT Connewitz und das Luru-Kino in der Spinnerei.

Es erwartet euch ein vielseitiges Programm mit zahlreichen Leipzig-Premieren, Gästen, Einführungen, Vorträgen, Q&As und und und… Inhaltlich gehen wir noch nicht ins Detail, aber verraten können wir schon einmal folgendes:
Der Ballsaal der Schaubühne Lindenfels wird wieder zum AUSSTELLUNGSRAUM.
Es gibt neben der alljährlichen HOMMAGE zusätzlich sogar noch eine RETROSPEKTIVE.
Des Weiteren: PERFORMANCES, FILM LECTURES, eine PODIUMSDISKUSSION und natürlich die LIVE-VERTONUNG im UT-Connewitz.

Spread the Word!
Wir sehen uns im April…

GEGENkino präsentiert | Anna Biller’s “The Love Witch” & “Viva” 35mm

Liebe GEGENkino / LURU-Freundinnen und Freunde!
Wir haben euch ein schönes Festival-Vorab-Event gebastelt: Die zwei bisherigen Langfilme der amerikanischen Experimental-Genrefilmerin Anna Biller touren gerade mit 35mm-Kopien (OV) durch ambitionierte deutsche Spielstätten und machen nun kurz vor Schluss noch bei uns in Leipzig Halt. Eine sozusagen einmalige Chance, diese feministischen, ironischen Beiträge zur Ästhetik des Horror- und Melodram-Genres im intendierten analogen Kinoformat zu sehen!

01 NOV 2018
Luru-Kino
GEGENkino präsentiert
19 UhrVIVA
USA 2007. R: Anna Biller, D: Anna Biller. Jared Sanford, Bridget Brno. 120 Min. 35mm. OV
21 UhrThe Love Witch
USA 2016. R: Anna Biller, D: Samantha Robinson, Gian Keys, Laura Waddell. 120 Min. 35mm. OV

The Love Witch

USA 2016. R: Anna Biller, D: Samantha Robinson, Gian Keys, Laura Waddell. 120 Min. 35mm. OV

Elaine hat kein Glück mit den Männern, aber behilft sich mit magischen Ritualen. Doch falsch dosierte Zaubertränke führen zu allerlei Verwicklungen. Eine Liebeshexe, die auf der Suche nach dem Mann fürs Leben eine Spur der Verwüstung hinterlässt. Billers farbenprächtige Horrorkomödie mit Ennio-Morricone-Musik ist eine moderne Genre-Neuinterpretation aus weiblicher Sicht und schwelgt entgegen allen Trends in liebevoll-handgemachtem Produktionsdesign und analogem 35mm-Filmmaterial (via: Deutsches Filminstitut)


Viva

USA 2007. R: Anna Biller, D: Anna Biller. Jared Sanford, Bridget Brno. 120 Min. 35mm. OV

Barbi führt in den wilden Siebzigern ein wenig befriedigendes Hausfrauenleben. Als nebenan ein sexuell freizügiges Paar einzieht, freundet sie sich zum Unmut ihres Mannes mit den beiden an und entdeckt sich neu. In ihrem ersten Langfilm schlüpft Anna Biller selbst in die Hauptrolle. Eine detailverliebte Hommage an die erotischen Kino- und Magazin-Welten der 1970er, kombiniert mit einem heutigen Blick auf die sexuelle Revolution. (via: Deutsches Filminstitut)

Sexy Durga (IN 2017) / The Nothing Factory (PT 2017)

Oh, the end is drawing near! Today is the last day of this year’s GEGENkino festival and we hope you had some inspiring, insightful and/or intense moments. Thank you all!We’ll close off the festival with two feature films and one short film as part of our programme section “HOW TO RESIST…”: At 6pm at Schaubühne Lindenfels, we’ll screen Sanal Kumar Sasidharan hitchhike/road trip/odyssey film SEXY DURGA, in which “Sasidharan reflects Indian independent cinema’s emerging feminist moment” as some commentators have it. There’ll be an opening film to SEXY DURGA that is JODILERKS DELA CRUZ / EMPLOYEE OF THE MONTH by Carlo Francisco Manatad, one of the most interesting young directors from the Philippines, whose film scene seems to really flourish right now. At 8pm then, finishing off our festival, there’ll be a screening of the Portuguese proletarian strike film THE NOTHING FACTORY by Pedro Pinho – another film that, in portraying a group of factory workers’ struggle for the protection of their job and existence, blends fiction film and documentary in very unique way. (Shot on one of our favourite materials: 16mm!) We hope to see you all again today!

So 15. April 2018
Schaubühne Lindenfels
HOW TO RESIST…
18 UhrSEXY DURGA (IN 2017 R: Sanal Kumar Sasidharan 85’ OV englischen Untertitelt)
+ Vorfilm: JODILERKS DELA CRUZ / EMPLOYEE OF THE MONTH (PHL/SGP 2017 R: Carlo Francisco Manatad 13’1
20 UhrTHE NOTHING FACTORY (PT 2017, R: Pedro Pinho 177’ OV englisch Untertitelt)

SEXY DURGA

IN 2017, R: Sanal Kumar Sasidharan, D: Rajshree Deshpandey, Kannan Nair, Vishnu Vedh, OmeU, 85’, DCP

Zu Beginn weiße Schrift auf schwarzem Grund: eine Episode aus dem Epos Ramayana erzählt die Verstümmelung der Shurpanakha durch Ramas Halbbruder Lakshmana. Das Schwarz blendet ab und entlässt ins Fest Garudan Thookam im südindischen Kerala, in dem der Blutdurst Kalis, einer Verkörperung der Gottheit Durga, rituell gestillt werden soll. Körper fallen in Ekstase, Haken fahren in menschliche Haut, Maskulinität wird performt, Handys filmen. Dann Wechsel: eine Straße bei Nacht. Das junge Paar Durga und Kabeer will weg. Sie Hinduistin aus dem Norden, er Muslim aus dem Süden. Ein Kleinbus hält, sie steigen ein. SEXY DURGA macht erfahrbar, aus welcher Haltung und Atmosphäre heraus sexuelle Gewalt im öffentlichen Raum entstehen kann. Die Attributierung im Filmtitel ist zudem ein Affront für religiöse Hardliner. Durga, die keinem männlichen Gott zugeordnet ist, wird im Hinduismus tief verehrt. Die erotisierte Assoziation ist provokant und eine Figur dieses Namens, die auf beklemmende Weise die Mechanismen patriarchaler Unterdrückung offenlegt, war bis vor kurzem noch Anlass eines Verbots des Films. Sanal Kumar Sasidharan dekonstruiert Mythen und soziale Dynamiken und arbeitet dabei gekonnt mit Erwartungshaltungen und Ängsten. Die Kamera ist durchweg entfesselt und frei, seine zwei ProtagonistInnen versuchen es ihr gleich zu tun.


Vorfilm

JODILERKS DE LA CRUZ (EMPLOYEE OF THE MONTH)

PHL/SGP 2017, R: Carlo Francisco Manatad, D: Angeli Bayani, Ross Pesigan, OmeU, 13’ DCP

JODILERKS DELA CRUZ schildert einen Abend an einer Tankstelle. Der letzte einer Angestellten, die früher einmal motiviert war. Jetzt ist da nur noch der unendlich lärmende Verkehr, aus dem kaum jemand mehr anhält. Mit ihren willkürlichen Handlungen spiegelt die Protagonistin die Gesellschaft um sie herum wider. Ein amüsanter, boshafter Seitenhieb von einem Film.


THE NOTHING FACTORY

PT 2017, R: Pedro Pinho, D: José Smith Vargas, Carlo Galvão, Njamy Sebastião, 177’, OmeU, DCP

Während eines nächtlichen Einbruchs werden Maschinenteile aus einer Fahrstuhlfabrik entwendet. Sofort folgt die Bewusstwerdung der ArbeiterInnen, dass die Verwaltung die Sabotage plante, um mit jämmerlichen Abfindungszahlungen elegant im Finanzkrisensumpf zu verschwinden. Da ein Streik, zumal keine Arbeit vorhanden ist, wirkungsfrei bliebe, kehren die ArbeiterInnen ihren Protest in eine Besetzung um, in den Kampf um das Recht auf Arbeit. An dieser Stelle beginnt die Tätigkeit der NOTHING FACTORY. Stilllebengleich inszeniert Pinho auf körnigem 16mm-Material die öden Räume, in denen ausgeharrt, Fußball und Schach gespielt sowie über Empowerment und Garantien innerhalb kapitalistischer Arbeitsverhältnisse diskutiert wird. Nach und nach dünnt die Gruppe aus, einige gehen auf die in unangenehmen Einzelgesprächen vermittelten Abfindungsangebote ein, schließlich artet die Langeweile des harten Kerns in eine kuriose Musical-Performance aus. Das Sujet des Films erinnert aufgrund seiner Reflektion der sozialpolitischen Realität Portugals unweigerlich an klassische Streikfilme der 1970er wie Petris DIE ARBEITERKLASSE GEHT INS PARADIES oder Fassbinders ACHT STUNDEN SIND KEIN TAG, doch verliert Pinho bis zum Ende seinen Humor nicht. Bemerkenswert macht den Film sein selbstreferentieller, sogar dokumentarischer Kontext: fast der gesamte Cast arbeitet tatsächlich in Fabriken, ein skurriler Filmemacher verfolgt das Geschehen, schließlich erinnert der Fall an eine reale kollektiv verwaltete Fahrstuhlfabrik.