13.09.26 | Frauen in Berlin





DDR 1981, R: Chetna Vora, 142‘, OmeU, DCP
Für ihren Diplomfilm interviewte die indische Regiestudentin Chetna Vora insgesamt 14 Frauen aus unterschiedlichen sozialen Milieus über deren Lebensrealitäten in Ost-Berlin. Klandestin, häufig in privaten Wohnungen und von Kameramann Thomas Plenert in reduziertem Stil gefilmt sprechen die Frauen im Alter von 11 bis 83 Jahren offen, ungehindert und auf Augenhöhe mit der Regisseurin über dauerhafte Partnerschaft, Affären, Scheidung, gleichgeschlechtliche Beziehungen, Wohnen, Beruf, Muttersein und vieles mehr. Neben privatem und gesellschaftlichem Alltag kommen spätestens mit der Frage nach Glück und Desillusion auch die Grenzen des politische Systems und seiner Fortschrittsversprechen zur Sprache.
Der Entstehungskontext von FRAUEN IN BERLIN – ein Akt institutioneller Gewalt – hat sich in die materielle Überlieferung des Films eingeschrieben. Chetna Voras Alma Mater, die Hochschule für Film und Fernsehen der DDR, verlangte die radikale Kürzung des Films auf 30 Minuten Laufzeit. Nachdem Vora sich weigerte, zwang sie die Hochschule zum Abbruch und konfiszierte das Material. Erhalten geblieben ist eine heimlich hergestellte Kopie des eigenmächtig entwendeten Rohschnittmaterials, dessen digital restaurierte Fassung wir zeigen.
| Mo 13 September 2026 | Schaubühne Lindenfels |
| 15 Uhr | € 7,50 (6,50 ermäßigt) Einführung von Tobias Hering. Er ist Kurator sowie Publizist und hat in einer Langzeitrecherche zu Chetna Vora gearbeitet. |