





CA 2025, R: Kunsang Kyirong, D: Tenzin Kunsel, Sonam Choekyi, Tsering Bawa, 99′, OmeU, DCP
Die Kunsel ist eine introvertierte junge Frau und wohnt seit Kurzem in der tibetischen Nachbar:innenschaft von 100 Sunset, einer Wohnanlage in Parkdale, Toronto – dem Ort der weltweit größten tibetischen Diaspora-Community – und: Kunsel ist Kleptomanin. Neben anderen Dingen stiehlt sie von einem Mitbewohner des Hauses dessen Videokamera, beginnt damit ihre Umgebung zu filmen, ihren Alltag und heimlich auch ihre Nachbar:innen. Als Passang, eine Frau in Kunsels Alter, mit ihrem deutlich älteren Ehemann in die Wohnanlage zieht, fühlen die beiden sich verbunden: sie teilen eine unausgesprochene Unzufriedenheit und Sehnsucht nach einem anderen Leben, streifen zusammen durch die Stadt, besuchen Englischkurse und schmieden einen folgereichen Plan.
100 SUNSET, das Debüt von Regisseurin Kunsang Kyirong, gefilmt mit Laiendarsteller:innen aus der tibetischen Community an deren realen Orten, ist ein seltener Einblick in das Zusammenleben der Diaspora. Der Film interessiert sich für die verschwimmenden Grenzen zwischen Intimität und Voyeurismus, für Vertrauensbrüche innerhalb eines Beziehungsnetzes, das durch die Figur der mysteriösen, wenige Worte verlierenden Kunsel langsam zu bröckeln beginnt.
| Do 17 September 2026 | UT Connewitz |
| 18:30 Uhr | Deutschlandpremiere € 7,50 (6,50 ermäßigt) |
Avantgarde Now! and Then! sixpackfilm aus Wien | Milieukino im Rabet












AT/US 1968-2016, R: Valie Export, Ashley Hans Scheirl, Ursula Pürrer, Eve Heller, Phil Solomon, Jannis Lenz
Ausgehend von der Verlegung des Kinosaals in den öffentlichen Raum macht eine Kurzfilmrolle mit Arbeiten aus dem Bestand des Wiener Filmverleihs sixpackfilm die Grenzlinien zwischen Öffentlichem und Privatem, Sichtbarem und Verdecktem zum Thema. Valie Exports TAPP- UND TASTKINO macht auf ironische und provokante Weise im wörtlichen Sinne „begreifbar“, was der Voyeur im Schauen ertasten will. In einer Straßenaktion schnallt sich Export einen vorne und hinten offenen Kasten, den verkleinerten Kinosaal, vor die nackten Brüste. Passanten werden aufgerufen, das Kino zu besuchen…In ASTOR PLACE von Eve Heller sehen wir durch ein nach außen hin verspiegeltes Schaufenster auf den gleichnamigen Platz in New York City. Passant:innen ziehen vorbei. Ohne zu wissen, dass sie beobachtet werden, schauen sie in die Kamera, um bald davon zu ziehen. Eine Anordnung von asymmetrischen Blicken, die im Kino an Komplexität gewinnt. Ursula Pürrers und Ashley Hans Scheierls EIN SCHLAUCHBOOT UND AUSTERN ist queeres DIY-Schmalfilmkino: Punkfrauen in der New Yorker U-Bahn, Homemovie-Schnipsel und Sexuell-Surreales. Das Programm wird als Loop gezeigt.
| Do 17 September 2026 | Milieukino im Rabet |
| 17:00 Uhr | Draußen im Kino: Kurzfilme aus dem Bestand von sixpackfilm TAPP UND TASTKINO AT 1968, R: VALIE EXPORT , 2’, File EIN SCHLAUCHBOOT UND AUSTERN AT 1985, R: Ashley Hans Scheirl, Ursula Pürrer, 5’, File ASTOR PLACE US 1997, R: Eve Heller, 10’, File CROSSROAD US 2005, R: Phil Solomon, 5’, File SCHWERELOS AT 2016, R: Jannis Lenz, 9’, File Eintritt gegen Spende |






CZ/SK 2026, R: Pepa Lubojacki, 110‘, OmeU, DCP
„Have you ever grieved someone who hasn’t died yet?“ IF PIGEONS TURNED TO GOLD ist eine schonungslose Langzeitbeobachtung des familiären Umfelds der Regisseurin. Über fünf Jahre hinweg begleitet Pepa Lubojacki insbesondere ihren Bruder David und zwei Cousins – alle drei chronisch alkoholabhängig, von sozialem Abstieg, Wohnungslosigkeit und gesundheitlichem Zerfall betroffen. Abseits von Stigmatisierung begegnet Lubojacki ihren Familienmitgliedern gleichsam als Betroffene, als Fürsorgende, als gelegentlich Abgewiesene und als eine, die die gemeinsame Familiengeschichte verstehen will, in der schwere Suchterkrankungen immer wieder Ausdruck und Ursache von Unglück gewesen sind. Neben die Aufnahmen aus Davids unstetem Alltag treten KI-manipulierte Bilder aus dem Familienalbum: Davids und Pepas acht- bis zehnjährige Alter Egos erklären Suchtmechanismen und dysfunktionale Familienkonstellationen. Storytelling-Elemente aus den sozialen Medien und popkulturelle Einsprengsel aus der Jugendzeit der Geschwister verwischen die Grenzen zwischen Vergangenheit und Jetztzeit. Parallel erscheinen am Horizont Möglichkeiten auf, wie Geborgenheit und ein liebevoller Umgang unter diesen Umständen wachsen können.
| Mi 16 September 2026 | UT Connewitz |
| 21:00 Uhr | € 7,50 (6,50 ermäßigt) |









DE, 2026, R: Marie Wilke, 91‘, OmeU, DCP
Europas größte militärische Übungsstadt Schnöggersburg in Sachsen-Anhalt existiert nur für das Manöver. In dieser Kulisse aus Betonhäusern, Straßen und sterilen Plätzen beobachtet Marie Wilkes Dokumentarfilm SZENARIO den Alltag der Bundeswehr beim Einüben des urbanen Häuserkampfes. Statt auf eine narrative Zuspitzung setzt die Regisseurin auf eine distanzierte, analytische Beobachtung, die den Blick ganz auf die Mechanismen dieser künstlichen Übungswelt lenkt.
Die statischen, nüchternen Bilder von Kameramann Alexander Gheorghiu dokumentieren eine simulierte Realität: Rekrutinnen und Rekruten bewegen sich mit routinierten Gesten durch eine Geisterstadt, schießen auf unsichtbare Gegner:innen, bergen aufwendig geschminkte Verwundete und absolvieren Schulungen. Auch die Öffentlichkeitsarbeit des Übungsgeländes wird Teil der Beobachtung. Zwischen militärischem Alltag, historischen Relikten und ritualisierten Abläufen untersucht der Film die Sprache und Gesten einer schleichenden Normalisierung des Militärischen. Es entsteht ein präzises Porträt einer Institution im Wandel – und spiegelt darin die verunsicherte Gegenwart einer Gesellschaft.
| Mi 16 September 2026 | UT Connewitz |
| 18:30 Uhr | In Anwesenheit von Marie Wilke € 7,50 (6,50 ermäßigt) |
Milieukino im Rabet









Der Eintritt ist gegen Spende – bringt gerne eure Kids und deren Freund:innen mit.
Es ist wieder soweit! Wir freuen uns nach einem Jahr Pause erneut das imposante Milieu Kino aus Wien als mobile Spielstätte zu Gast zu haben, um auch den Leipziger Osten etwas mit GEGENkino-Flair verzaubern zu können. An drei Tagen, vom 16. bis 18.09., stehen wir im Stadtteilpark Rabet: dort könnt ihr Euch komplett dem Charme dieser einzigartigen Spielstätte hingeben. Das Milieu Kino – das kleinste Kino Österreichs – ist ein Projekt von Max Kaufmann, der es konzipiert und in jahrelanger Arbeit fertiggestellt hat. Der Saal befindet sich in einem eigens dafür umgebauten LKW. Mit nur einem Handgriff wird die Rückseite der Ladefläche zu einem Foyer mit Kasse und Bar. Mit der Neon-Leuchtschrift, den Plakatschaukästen und den 15 gepolsterten Klappsesseln im Inneren fehlt es diesem modernen Wanderkino an nichts, was man sich von einem traditionellen Kino erwartet – es gibt sogar einen 35mm-Projektor, den wir natürlich auch nutzen werden.
Die Tage beginnen jeweils um 15 Uhr mit Programmen für Kinder, gefolgt um 17 Uhr mit Screenings für die etwas Älteren. Dieses Mal laufen gleich drei historische 35mm-Kopien – wir haben euch dabei ein Programm geschnürt, dass im wuseligen Rabet bewusst an den Ort anknüpft und sich dabei an unterschiedliche Generationen richtet, Jung und Alt begeistern soll: Monster-Abenteuer, liebevolle sowjetische Animationen, Coming-of-Age-Stories, Krach, Popmusik und Großstadt.
Sowjetische Animationsfilme für Kinder
SU 70, 10’, File / SU 70er, 30’, File
Die gezeigten Filme gelten als Meilensteine der Animationskunst. Durch feine Techniken werden ungemein atmosphärische, liebevolle Figuren und Gefühle erschaffen. Im ersten Film läuft ein Igel eines Abends durch den Wald zum Bären. Sie wollen Tee trinken und gemeinsam Sterne zählen. Er begegnet der Eule, einem Hund und einem schönen, weißen Pferd. Dummerweise sieht er nicht so gut und fällt in den Fluss. Aber er wird gerettet und sitzt schließlich am Lagerfeuer, wo ihm der Bär mit seinem Gerede ein Ohr abkaut. Und der Igel denkt zurück an das weiße Pferd im Nebel. Ein zweiter Film erzählt wiederum in lose zusammenhängenden Episoden mit melancholischer Stimmung von schwierigen Erinnerungen an Krieg und Verlust. Etliche Charaktere treten auf und wieder ab, so auch ein kleiner Wolf, der ein Menschenbaby findet.
Berlin U-Bahn / Punk / New Wave / Milieu Film
DE 80er, 100′, dt. OV, 35mm
Westberlin der späten 1980er Jahre: Auf der Suche nach einem Rockstar fährt die junge Sunnie mit der U-Bahn quer durch die Stadt und begegnet unterschiedlichsten Milieus.
Kaiju Monsterfilm
GB 60er, 80′, DF, 35mm
Der Film verlegt das beliebte Kaiju-Kino von Japan nach Großbritannien. Vor der irischen Küste fangen Schatzsucher:innen ein riesiges Meereswesen – und machen es in London zur Attraktion. Das heißt, bis dessen Mutter die Spur aufnimmt.
Draußen im Kino: Kurzfilme aus dem Bestand von sixpackfilm
TAPP UND TASTKINO / EIN SCHLAUCHBOOT UND AUSTERN / ASTOR PLACE / CROSSROAD / SCHWERELOS












AT/US 1968-2016, R: Valie Export, Ashley Hans Scheirl, Ursula Pürrer, Eve Heller, Phil Solomon, Jannis Lenz
Ausgehend von der Verlegung des Kinosaals in den öffentlichen Raum macht eine Kurzfilmrolle mit Arbeiten aus dem Bestand des Wiener Filmverleihs sixpackfilm die Grenzlinien zwischen Öffentlichem und Privatem, Sichtbarem und Verdecktem zum Thema. Valie Exports TAPP- UND TASTKINO macht auf ironische und provokante Weise im wörtlichen Sinne „begreifbar“, was der Voyeur im Schauen ertasten will. In einer Straßenaktion schnallt sich Export einen vorne und hinten offenen Kasten, den verkleinerten Kinosaal, vor die nackten Brüste. Passanten werden aufgerufen, das Kino zu besuchen…In ASTOR PLACE von Eve Heller sehen wir durch ein nach außen hin verspiegeltes Schaufenster auf den gleichnamigen Platz in New York City. Passant:innen ziehen vorbei. Ohne zu wissen, dass sie beobachtet werden, schauen sie in die Kamera, um bald davon zu ziehen. Eine Anordnung von asymmetrischen Blicken, die im Kino an Komplexität gewinnt. Ursula Pürrers und Ashley Hans Scheierls EIN SCHLAUCHBOOT UND AUSTERN ist queeres DIY-Schmalfilmkino: Punkfrauen in der New Yorker U-Bahn, Homemovie-Schnipsel und Sexuell-Surreales. Das Programm wird als Loop gezeigt.
New York Punk / New Wave Milieu Film
US 80er, 120′, engl. OF, 35mm
Der Film folgt zwei Jugendlichen, die aus einem Krankenhaus ausreißen, durch das New York City der frühen 1980er ziehen und zwischen Punk, New Wave und Piratenradio zu sich finden.
| Mi 16 September 2026 Milieukino im Rabet | Eintritt gegen Spende |
15:00 Uhr | Sowjetkino für Kinder KINDERFILM 1 SU 70er 10’, File KINDERFILM 2 SU 70er, 30’, File |
| 17:00 Uhr | BERLIN U-BAHN / PUNK / NEW WAVE MILIEU FILM DE 80er, 100′, dt. OV, 35mm |
| Do 17 September 2026 Milieukino im Rabet | Eintritt gegen Spende |
| 15:00 Uhr | KAIJU-MONSTERFILM GB 60er, 80′, DF, 35mm |
| 17:00 Uhr | Draußen im Kino: Kurzfilme von sixpackfilm TAPP UND TASTKINO AT 1968, R: VALIE EXPORT , 2’, File EIN SCHLAUCHBOOT UND AUSTERN AT 1985, R: Ashley Hans Scheirl, Ursula Pürrer, 5’, File ASTOR PLACE US 1997, R: Eve Heller, 10’, File CROSSROAD US 2005, R: Phil Solomon, 5’, File SCHWERELOS AT 2016, R: Jannis Lenz, 9’, File |
| Fr 18 September 2026 Milieukino im Rabet | Eintritt gegen Spende |
| 15:00 Uhr | Wiederholung | Sowjetkino für Kinder KINDERFILM 1 SU 70er 10’, File KINDERFILM 2 SU 70er, 30’, File |
| 17:00 Uhr | NEW YORK PUNK / NEW WAVE MILIEU FILM US 80er, 120′, engl. OF, 35mm |