Vorbereitungen: VERTICAL CINEMA

Preparations for VERTICAL CINEMA yesterday went pretty good as you can see! So, you all know what will be going down tonight, don’t you? If not, read again about it here on our blog.

Plus, here’s some further useful information about tonight:

Einlass und Ticketschalter öffnen um 20 Uhr.

Die Adresse der Paul-Gerhardt-Kirche ist Selneckerstraße 5.

Reservierte Tickets können bis 20:30 Uhr abgeholt werden.

Für diejenigen, die sich keine Karten reserviert haben: Es gibt noch genügend Tickets an der Abendkasse!

Die Vorführung ist für 21 Uhr angesetzt und wird etwa 2 Stunden (inclusive Pause) dauern. Im Anschluss gibt es ein Künstlergespräch mit Johann Lurf – einem der Vertical-Cinema-Filmemacher.

Beachtet, dass einige der Filme photosensitive epileptische Anfälle auslösen können. Daher: Passt auf euch auf!

Les Trucs add live score to The Last Laugh

C’est Les Trucs!

Tonight the dada synth-punk duo from the Knertz Collective will come to GEGENkino festival and present their most recent project – a live score for F. W. Murnau’s classic The Last Laugh – at UT Connewitz.
If you know the band’s music you can guess that this performance will be quite different from your usual pianist-adds-live-score-to-Metropolis-or-whatever events.
Prepare yourselves!


Les Trucs vertonen live „Der letzte Mann“

DE 1924, R: Friedrich Wilhelm Murnau, D: Emil Jannings, Maly Delschaft, 90’, stumm, BluRay

„Heute bist du der Erste, geachtet von allen, ein Minister, ein General, vielleicht sogar ein Fürst – weißt du, was du morgen bist?“ – so beginnt Murnaus Weimarer Klassiker DerletzteMann und erzählt daraufhin eine Geschichte des gesellschaftlichen Abstiegs. Die durch Emil Jannings verkörperte Hauptfigur steigt die Karriereleiter von oben nach unten und wird vom angesehenen Hotelportier zum Toilettenmann. Nicht bloß in narrativer und schauspielerischer Hinsicht ist der Film der in den 1920ern vorherrschenden, expressionistischen Filmsprache verpflichtet, sondern auch in technischer Hinsicht. Kameramann Karl Freund lässt erstmals in der Filmgeschichte die „entfesselte Kamera“ von der Leine: von nun an sind im Kino nicht mehr nur die Bilder und Figuren beweglich, sondern auch der Blick wandelt nun durch den Raum.

Mit Hilfe von Synthesizern, Sequencern und diversen Klangkörpern werden Charlotte Simon und Zink Tonsur alias LesTrucs Murnaus Stummfilm im Saal des UT Connewitz live mit Sound anreichern. Die Musik und Performances dieses Duos sind voller dadaistischem Geist. Alle Anwesenden müssen sich damit abfinden, nicht annähernd genau beschreiben zu können, was gerade vor den eigenen Augen und in den eigenen Ohren passiert. Wunderbar ist das mindestens. Wenn Murnau auf der Leinwand schon seine Größe zeigt, ist es eher unwahrscheinlich, dass LesTrucs sich bei ihrer Performance demgegenüber zurücknehmen werden.

27. April, 21 Uhr – UT Connewitz

Africa is not a country: Run (CIV/F 2014, Philippe Lacôte)

Hence, at this year’s GEGENkino we want to show the great diversity of contemporary African cinema in our section AFRICAN OUTLINES.

Today, 9pm at Luru-Kino we will screen the film »Run« – director Philippe Lacôte’s unique take on the First Ivorian Civil War (2002–2007) – with Djinda Kane, Abdoul Karim Konaté and Isaach de Bankolé the last of which you probably remember from several of Jim Jarmusch’s and Claire Denis’s movies. We’re glad to have Diana Ayeh & Natascha Bing of AG Postkolonial Leipzig coming to the screening in order to give an introduction to the movie and some insights into the historical context and the postcolonial concerns of the film.

Looking forward to seeing you tonight!
Your GEGENkino crew

www.leipzig-postkolonial.de
www.engagiertewissenschaft.de


Einführung von Diana Ayeh & Natascha Bing (AG Postkolonial Leipzig)

Run

CIV/F 2014, R: Philippe Lacote, D: Abdoul Karim Konaté, Isaach de Bankolé, Djinda Kane, OmeU, 102’, DCP

Traumwandlerisch geht ein junger Mann im Gottesdienst auf den Premierminister zu und tötet ihn, während alle anderen Besucher still und unbeteiligt auf ihren Plätzen sitzen. Danach beginnt seine Flucht – vor den Verfolgern, vor sich selbst, vor seinen Träumen und Erinnerungen. Unklar bleibt zunächst, ob es auch der Lauf in die Freiheit ist. Voltenreich wie die Flucht seines gleichnamigen Protagonisten, erzählt Run seine Geschichte vor der Kulisse des Bürgerkriegs der Elfenbeinküste, dem von 2002 bis 2007 3.000 Menschen zum Opfer fielen. Regisseur Philippe Lacôte verbindet erzählerische Elemente aus der afrikanischen Mythologie und Naturmystik mit dem realen Kontext der Krise. Sein meisterlicher Plot legt die Biografie eines Freiheitskämpfers frei, der zunächst eigentlich ein Regenmacher sein wollte, dann als Assistent der Jahrmarktkuriosität und professionellen Wettesserin Gladys das Leben eines Tramps führte und sich schließlich der Patriotischen Jugend anschließt und den Untergrundkampf aufnimmt.

26. April, 21 Uhr – Luru-Kino in der Spinnerei

Peter Tscherkassky: raw material and the celebrating of an absolute cinema

Is there any better format for the cinema? We haven’t found one yet. So, tonight let’s pay tribute to one of the masters of mangling the old analog film. Tonight, 9pm at Luru-Kino we will show a couple of Peter Tscherkassky’s experimental films from the 90s as well as some more recent ones – on 35mm! – that will put to test your audiovisual sensory apparatus.

Here’s some humble words by the man himself:

»In the case of my dark room films I have used 35mm film, most often CinemaScope. In my opinion, as far as the art of moving images is concerned, this is the most powerful tool I can access and use to produce work on a really low-tech-level. And when I say ›low-tech‹, I mean it. You can’t imagine how low my technical level is when I make my films! As a consequence I don’t need a producer, I don’t need a big budget, I don’t need technicians…« [source: digicult.it]

True Tscherkasskyism!

Peter Tscherkassky: Rohstoff und Feier eines absoluten Kinos

Peter Tscherkasskys Filme traktieren die Zuschauer mit rohen Wechseln von Licht und Dunkel, Ton und Stille. Als vollendeter, analoger Handwerker kopiert und recycelt der österreichische Experimentalfilmer found footage, zum Beispiel kleine Szenen aus einem Horrorfilm, zu neuen, faszinierend unheimlichen Kompositionen. Dabei testen seine international hoch anerkannten Arbeiten nicht nur rein formalistisch die Materialgrenzen des Rohstoffs Film durch Tonbearbeitung und Mehrfachbelichtung aus, sondern sie erproben, beschreiten und verlagern tradierte Sehgewohnheiten und Hörfähigkeiten überhaupt. Der Kern seiner Arbeiten berührt das zentrale Verständnis von Kino: es geht um den Film selbst, seine Materialität wie jene Codes, die seine kulturelle Gegenwart ausmachen. Tscherkassky entlockt obsoletem, analogem Filmmaterial die in ihm schlummernden Gespenster der Zukunft. Die Resultate tasten sich frenetisch an etwas heran, das einer Beschreibung trotzt und gesehen werden muss – im Kinosaal, begleitet von dichtester Dunkelheit und massivem Sound.

Happy-End (AT 1996, 11’, 35mm)

Cinemascope Trilogie(AT 1997-2001) [L’Arrivée (1997, 3’, 35mm) / Outer Space (1999, 10’, 35mm) / Dream Work (2001, 11’, 35mm)]

Instructions for a Light and Sound Machine (AT 2005, 17’, 35mm)

The Exquisite Corpus (AT 2015, 19’, 35mm)

25. April, 21Uhr – Luru-Kino in der Spinnerei

www.tscherkassky.at

Filmreihe – Senkrechte Leinwand: Leipziger Festival „Gegenkino“ bricht Sehgewohnheiten / News / Kultur – LVZ – Leipziger Volkszeitung

Filmreihe – Senkrechte Leinwand: Leipziger Festival „Gegenkino“ bricht Sehgewohnheiten / News / Kultur – LVZ – Leipziger Volkszeitung

»Grenzen scheut das Gegenkino per Definition ohnehin nicht, siehe den Schwerpunkt ›Auschwitz Cinema‹ oder die queeren Filme im Programm…«

Ahem… thanks LVZ… yeah… almost. But there’s more to it than wanting to be transgressive. As a film festival we are also always trying to reflect on the political potential and functioning of the moving image. Therefore, we are glad to have Marcus Stiglegger coming to GEGENkino 2016 tonight in order to present his findings and ideas about the represantation of the Shoah and the horror of concentration camps in cinema and on TV.

24 April, 8 pm – UT Connewitz – € 8/6 (red.)

More information here or at www.utconnewitz.de

NB! The lecture will be held in German. The film though will be shown with English subtitles.

And by the way, we have a press and media archive now on our blog, where you can hear and read about the festival, in case you still don’t know what we’re doing here actually

We will also try to make available an audio recording of Stiglegger’s lecture there, if possible.