Avantgarde Now! and Then! sixpackfilm aus Wien
In vergangenen Ausgaben haben wir filmische Initiativen oder Vereine ausgewählt, deren Arbeit wir mit kuratierten Filmprogrammen eine Plattform bieten. Unter anderem waren das Abende mit experimentellen, selbst entwickelten und produzierten 16mm-Arbeiten von Distruktur und dem Labor Berlin (2022), zur wegweisenden Arbeit des Kino Armata in Pristina/Kosovo (2023) und ein Abend mit feministischen 16mm-Filmen aus dem Archiv der Kinemathek Asta Nielsen aus Frankfurt am Main (2024).

























Diesen Strang führen wir fort mit sixpackfilm aus Wien, einem Verleih für künstlerischen Film. Zusammen mit Geschäftsführer Dietmar Schwärzler haben wir vier Programme kuratiert, um deren Arbeit als Filmverleih und -archiv zu präsentieren. Damit rücken wir einen Bereich internationaler Film- und Festivalarbeit in den Fokus, der meist öffentlich und somit für das Publikum nicht präsent bzw. zugänglich ist. sixpackfilm wurde 1990 als Non-Profit-Organisation (Verein) gegründet. Das wichtigste Ziel deren Arbeit besteht in der Herstellung von Öffentlichkeit für das österreichische künstlerische Film- und Videoschaffen. Dies geschieht auf dem Weg des Vertriebs, des Verleihs, sowie der Konzeption und Organisation von Veranstaltungen im In- und Ausland. Nach Festivalscreenings gelangen sämtliche Arbeiten in den Verleih, der mittlerweile mehr als 2.400 Titel im Programm hat. Darin lassen sich historische Klassiker der österreichischen Avantgarde – etwa Valie Export, Mara Mattuschka, Peter Weibel, Maria Lassnig, Ashley Hans Sheirl, Ursula Pürrer oder Kurt Kren – entdecken, neben jüngeren Namen wie Johann Lurf, Martha Mechow, Kurdwin Ayub, Jan Soldat, Selma Doborac oder Lukas Marxt.
Das gesamte Programm umfasst vier Teile, die in Anwesenheit von Dietmar Schwärzler und weiteren Filmemacher:innen präsentiert wird: am 17.09. ein Loop aus Kurzfilmen zum Spannungsfeld Öffentlichkeit/Privates im Milieu Kino im Rabet, am 18.09. zwei Kurzfilmprogramme, ein historisches zur österreichischen Avantgarde und eines mit gegenwärtigen Arbeiten, im Luru Kino und zum Abschluss am 19.09. ebenfalls im Luru Kino ein Programm mit Filmen von Viktoria Schmid in ihrer Anwesenheit.
| Do 17 September 2026 Milieukino im Rabet | |
| Draußen im Kino: Kurzfilme von sixpackfilm TAPP UND TASTKINO AT 1968, R: Valie Export, 2′, File EIN SCHLAUCHBOOT UND AUSTERN AT 1985, R: Ashley Hans Scheirl, Ursula Pürrer, 5′, File ASTOR PLACE US 1997, R: Eve Heller, 10′, File CROSSROAD US 2005, R: Phil Solomon, 5′, File SCHWERELOS AT 2016, R: Jannis Lenz, 9′, File | |
| Fr 18 September 2026 Luru Kino | |
| 18:00 Uhr | Struktur, Körper, Rebellion ARNULF RAINER AT 1960, R: Peter Kubelka, 7’, 16mm START AT 1973, R: Ernst Schmidt jr., 11 sec, DCP HALLO AT 1964, R: Ernst Schmidt jr., 12 sec, DCP DIE KLEINE MASCHINE AT 1977, R: Ernst Schmidt jr., 38 sec, DCP DAS HAPPENING AT 1969-1979, R: Ernst Schmidt jr., 11 sec, DCP 10/65 SELBSTVERSTÜMMELUNG AT 1965, R: Kurt Kren, 5’, DCP DIE GEBURT DER VENUS AT 1970-1972, R: Moucle Blackout, 5’, DCP COUPLES AT/US 1972, R: Maria Lassnig, 9’, DCP REMOTE…REMOTE… AT 1973, R: VALIE EXPORT, 10’, DCP KUGELKOPF AT 1985, R: Mara Mattuschka, 6’, DCP ROUGE ET NOIR AT 1993, R: Linda Christanell, 10’, File SEX AND CRIME AT 1984, R: Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, 3’, File GEZACKTES RINNSAL SCHLEICHT SICH SCHAMLOS SCHENKELNÄSSEND AN AT 1985, R: Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, 4’, File TV-AQUARIUM AT 1970, R: Peter Weibel, 2’, File ABBILDUNG IST EIN VERBRECHEN AT 1970, R: Peter Weibel, 2’, File ZEITBILD (CLUB 2) AT 1979, R: Peter Weibel, 3’, File GLEICHZEITIG NACKT AT 2024, R: Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, 3’, DCP In Anwesenheit von Ursula Pürrer und Dietmar Schwärzler |
| 20:00 Uhr | Found Footage, Torten und Sex EVERYONE DESERVES A SLICE OF THE PIE AT 2025, R: Sasha Pirker, 17’, OmeU, DCP DER ANGRIFF DES ALFRED EDEL AUF SICH SELBST AT/DE 2025, R: Jan Soldat, 15’, OmeU, DCP FOLLOW BACK AT/DE 2025, R: Rom Sheratzky, 23’, OmeU, DCP BLEIFREI 95 DE/AT 2025, R: Emma Hütt, Tina Muffler, 24’, OmeU, DCP In Anwesenheit von Ursula Pürrer und Dietmar Schwärzler |
| Sa 19 September 2026 Luru Kino | |
| 18:00 Uhr | Licht, Farbe, Zeit – die Filme von Viktoria Schmid ROJO ZALJA BLAU AT 2025, 10′, DCP NYC RGB AT/US 2023, 7′, DCP KATHARINAVIKTORIA 2(021) AT 2021, 1′, DCP A PROPOSAL TO PROJECT IN SCOPE AT/LT 2020, 8′, DCP W O W (KODAK) AT 2018, 3′, DCP A TAMA FOR EKTACHROME AT 2016, 1’, DCP A PROPOSAL TO PROJECT IN 4:3 AT 2016, 2′, DCP IT’S A DANCE AT 2014, 2′, DCP KATHARINAVIKTORIA AT 2011, 1′, DCP ACHTUNG / HALLO 35 AT 2010, 2′, 35mm GOLAN AT 2012, 2’, 16mm FOODFILMS AT 2010, 8′, 16mm In Anwesenheit von Viktoria Schmid und Dietmar Schwärzler |
Milieukino im Rabet









Der Eintritt ist gegen Spende – bringt gerne eure Kids und deren Freund:innen mit.
Es ist wieder soweit! Wir freuen uns nach einem Jahr Pause erneut das imposante Milieu Kino aus Wien als mobile Spielstätte zu Gast zu haben, um auch den Leipziger Osten etwas mit GEGENkino-Flair verzaubern zu können. An drei Tagen, vom 16. bis 18.09., stehen wir im Stadtteilpark Rabet: dort könnt ihr Euch komplett dem Charme dieser einzigartigen Spielstätte hingeben. Das Milieu Kino – das kleinste Kino Österreichs – ist ein Projekt von Max Kaufmann, der es konzipiert und in jahrelanger Arbeit fertiggestellt hat. Der Saal befindet sich in einem eigens dafür umgebauten LKW. Mit nur einem Handgriff wird die Rückseite der Ladefläche zu einem Foyer mit Kasse und Bar. Mit der Neon-Leuchtschrift, den Plakatschaukästen und den 15 gepolsterten Klappsesseln im Inneren fehlt es diesem modernen Wanderkino an nichts, was man sich von einem traditionellen Kino erwartet – es gibt sogar einen 35mm-Projektor, den wir natürlich auch nutzen werden.
Die Tage beginnen jeweils um 15 Uhr mit Programmen für Kinder, gefolgt um 17 Uhr mit Screenings für die etwas Älteren. Dieses Mal laufen gleich drei historische 35mm-Kopien – wir haben euch dabei ein Programm geschnürt, dass im wuseligen Rabet bewusst an den Ort anknüpft und sich dabei an unterschiedliche Generationen richtet, Jung und Alt begeistern soll: Monster-Abenteuer, liebevolle sowjetische Animationen, Coming-of-Age-Stories, Krach, Popmusik und Großstadt.
Sowjetische Animationsfilme für Kinder
SU 70, 10’, File / SU 70er, 30’, File
Die gezeigten Filme gelten als Meilensteine der Animationskunst. Durch feine Techniken werden ungemein atmosphärische, liebevolle Figuren und Gefühle erschaffen. Im ersten Film läuft ein Igel eines Abends durch den Wald zum Bären. Sie wollen Tee trinken und gemeinsam Sterne zählen. Er begegnet der Eule, einem Hund und einem schönen, weißen Pferd. Dummerweise sieht er nicht so gut und fällt in den Fluss. Aber er wird gerettet und sitzt schließlich am Lagerfeuer, wo ihm der Bär mit seinem Gerede ein Ohr abkaut. Und der Igel denkt zurück an das weiße Pferd im Nebel. Ein zweiter Film erzählt wiederum in lose zusammenhängenden Episoden mit melancholischer Stimmung von schwierigen Erinnerungen an Krieg und Verlust. Etliche Charaktere treten auf und wieder ab, so auch ein kleiner Wolf, der ein Menschenbaby findet.
Berlin U-Bahn / Punk / New Wave / Milieu Film
DE 80er, 100′, dt. OV, 35mm
Westberlin der späten 1980er Jahre: Auf der Suche nach einem Rockstar fährt die junge Sunnie mit der U-Bahn quer durch die Stadt und begegnet unterschiedlichsten Milieus.
Kaiju Monsterfilm
GB 60er, 80′, DF, 35mm
Der Film verlegt das beliebte Kaiju-Kino von Japan nach Großbritannien. Vor der irischen Küste fangen Schatzsucher:innen ein riesiges Meereswesen – und machen es in London zur Attraktion. Das heißt, bis dessen Mutter die Spur aufnimmt.
Draußen im Kino: Kurzfilme aus dem Bestand von sixpackfilm
TAPP UND TASTKINO / EIN SCHLAUCHBOOT UND AUSTERN / ASTOR PLACE / CROSSROAD / SCHWERELOS












AT/US 1968-2016, R: Valie Export, Ashley Hans Scheirl, Ursula Pürrer, Eve Heller, Phil Solomon, Jannis Lenz
Ausgehend von der Verlegung des Kinosaals in den öffentlichen Raum macht eine Kurzfilmrolle mit Arbeiten aus dem Bestand des Wiener Filmverleihs sixpackfilm die Grenzlinien zwischen Öffentlichem und Privatem, Sichtbarem und Verdecktem zum Thema. Valie Exports TAPP- UND TASTKINO macht auf ironische und provokante Weise im wörtlichen Sinne „begreifbar“, was der Voyeur im Schauen ertasten will. In einer Straßenaktion schnallt sich Export einen vorne und hinten offenen Kasten, den verkleinerten Kinosaal, vor die nackten Brüste. Passanten werden aufgerufen, das Kino zu besuchen…In ASTOR PLACE von Eve Heller sehen wir durch ein nach außen hin verspiegeltes Schaufenster auf den gleichnamigen Platz in New York City. Passant:innen ziehen vorbei. Ohne zu wissen, dass sie beobachtet werden, schauen sie in die Kamera, um bald davon zu ziehen. Eine Anordnung von asymmetrischen Blicken, die im Kino an Komplexität gewinnt. Ursula Pürrers und Ashley Hans Scheierls EIN SCHLAUCHBOOT UND AUSTERN ist queeres DIY-Schmalfilmkino: Punkfrauen in der New Yorker U-Bahn, Homemovie-Schnipsel und Sexuell-Surreales. Das Programm wird als Loop gezeigt.
New York Punk / New Wave Milieu Film
US 80er, 120′, engl. OF, 35mm
Der Film folgt zwei Jugendlichen, die aus einem Krankenhaus ausreißen, durch das New York City der frühen 1980er ziehen und zwischen Punk, New Wave und Piratenradio zu sich finden.
| Mi 16 September 2026 Milieukino im Rabet | Eintritt gegen Spende |
15:00 Uhr | Sowjetkino für Kinder KINDERFILM 1 SU 70er 10’, File KINDERFILM 2 SU 70er, 30’, File |
| 17:00 Uhr | BERLIN U-BAHN / PUNK / NEW WAVE MILIEU FILM DE 80er, 100′, dt. OV, 35mm |
| Do 17 September 2026 Milieukino im Rabet | Eintritt gegen Spende |
| 15:00 Uhr | KAIJU-MONSTERFILM GB 60er, 80′, DF, 35mm |
| 17:00 Uhr | Draußen im Kino: Kurzfilme von sixpackfilm TAPP UND TASTKINO AT 1968, R: VALIE EXPORT , 2’, File EIN SCHLAUCHBOOT UND AUSTERN AT 1985, R: Ashley Hans Scheirl, Ursula Pürrer, 5’, File ASTOR PLACE US 1997, R: Eve Heller, 10’, File CROSSROAD US 2005, R: Phil Solomon, 5’, File SCHWERELOS AT 2016, R: Jannis Lenz, 9’, File |
| Fr 18 September 2026 Milieukino im Rabet | Eintritt gegen Spende |
| 15:00 Uhr | Wiederholung | Sowjetkino für Kinder KINDERFILM 1 SU 70er 10’, File KINDERFILM 2 SU 70er, 30’, File |
| 17:00 Uhr | NEW YORK PUNK / NEW WAVE MILIEU FILM US 80er, 120′, engl. OF, 35mm |
ZUR SPRACHE KOMMEN | Die schnörkellos humanen Dokumentarfilme von Nurith Aviv


Nurith Avivs Dokumentarkino wählt die denkbar schnörkelloseste Form, lässt Menschen in statischen Halbtotalen sprechen. Das ist im zeitgenössischen Dokumentarfilm keineswegs „in“. Während viele essayistische Arbeiten ihre Reflexionen über Kommentar, Montage und Bild-Ton-Scheren entfalten, vertraut Aviv auf die Kraft des Gesprächs, auf verbalisierende Körper. Ihre Kamera schaut bedächtig – und hört zu. In ruhig statischen Einstellungen lässt sie Sprache Ereignis werden – als Trägerin von Erinnerung, Geschichte und Identität.
Die 1945 in Israel geborene, seit den 1970er Jahren in Paris lebende Filmemacherin ist die erste ausgebildete Kamerafrau Frankreichs, vielleicht gar der Welt, wie sie selbst vorsichtig sagt. Nach enger Zusammenarbeit mit Regisseurinnen wie Agnès Varda oder Ruth Beckermann entwickelte sie ein eigenes dokumentarisches Werk, das sich konsequent den Aus- und kulturellen Abdrücken von Sprache in all ihren Facetten annimmt. Ob die Leerstellen jüdischen Lebens und Sprache im Nachkriegsdeutschland (VATERS LAND), die Suche nach einer neuen Sprachheimat in D’UNE LANGUE À L’AUTRE, die Geschichten von Vornamen in PRÉNOMS, Gebärdensprachen in SIGNER oder das stumme Blicken in SON PORTRAIT, MON PORTRAIT: Aviv interessiert sich stets für Menschen, die etwas zur Sprache bringen. Gerade in ihrer formalen Einfachheit entfaltet ihr Kino eine Form von Radikalität – ein leises GEGENkino.
| So 13 September 2026 Schaubühne Lindenfels | |
| 21:00 Uhr | VATERS LAND FR/DE 2002, R: Nurith Aviv, 30’, OmeU, DCP D’UNE LANGUE À L’AUTRE FR/DE/IL 2004, R: Nurith Aviv, 55’, OmeU, DCP |
| Mo 14 September 2026 Schaubühne Lindenfels | |
| 21:00 Uhr | SIGNER FR/IL 2018, R: Nurith Aviv, 60’, OmeU, DCP SON PORTRAIT, MON PORTRAIT FR 2026, R: Nurith Aviv, 15’, ohne Dialog, DCP |
| Di 15 September 2026 Schaubühne Lindenfels | |
| 21:00 Uhr | PRÉNOMS / GIVEN NAMES FR 2026, R: Nurith Aviv, 82’, OmeU, DCP |




Kamal Aljafari (*1972) ist ein palästinensischer Filmemacher. Er lehrte an der New School in New York und an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Seine Verdienste wurden mit Stipendien am „Film Study Center – Radcliffe Institute“ an der Harvard University und zuletzt am „Institute for Ideas and Imagination“ der Columbia University gewürdigt. Er hat insgesamt zwölf Kurz- und Spielfilme gedreht. A FIDAI FILM gewann den Großen Preis der Jury bei Visions du Réel 2024. MIT HASAN IN GAZA erhielt 2025 den Europa Cinemas Label Award auf dem Filmfestival Locarno.
Das Sichtbarmachen dessen, was in dominanten Erzählungen zu fehlen scheint, schwer auszumachen ist, ist eine Konstante des Schaffens von Kamal Aljafari. Mit seinen beiden letzten Langfilmen geben wir dem subversiven Akt, Unsichtbares sichtbar zu machen, Raum. Seine Arbeiten erweitern die konzeptionellen und formalen Grenzen, die durch eine konventionelle Filmästhetik vorgegeben sind – sie erkunden ein neues Terrain politischen Kinos, das angesichts der Realität eine mögliche „filmische Gerechtigkeit” fordert, die weit über objektiven Historizismus und den didaktischen Dokumentarfilm über soziale Themen hinausgeht. Dabei überwiegt eine künstlerische Subjektivität, während die Idee des Kinos als Instrument der Kolonialisierung und Unterdrückung dekonstruiert wird. Zugleich sehen wir, wie Aljafari das Wiederaneignungspotenzial von vorgefundenem Material erforscht und sich kopfüber in unterschiedlichste Archivmaterialien stürzt, immer flankiert von einer präzisen, rigorosen Tonarbeit. Seine filmische Beschäftigung fungiert als Akt des Widerstands. Um tiefer in die Bild- und Gedankenwelten der Filme eintauchen zu können, wird seine langjährige Mitarbeiterin und Produzentin Flavia Mazzarino bei beiden Screenings zum Gespräch anwesend sein.
| Sa 12 September 2026 Luru Kino | |
| 18:00 Uhr | MIT HASAN IN GAZA PS/DE/FR/QA 2025, R: Kamal Aljafari, 106’, OmeU, DCP In Anwesenheit von Flavia Mazzarino (Produzentin und Mitarbeiterin von Kamal Aljafari) |
| 20:00 Uhr | A FIDAI FILM PS/DE/QA/BR/FR 2025, R: Kamal Aljafari, 78’, OmeU, DCP In Anwesenheit von Flavia Mazzarino (Produzentin und Mitarbeiterin von Kamal Aljafari) |
POOR IMAGES




Ein armes Bild ist ein unterschätztes Bild und ein Gegenbild braucht ein Ursprungsbild. Eine Relation. Etwas, an dem zu reiben sich lohnt. Das GEGENkino verkörpert seit Minute eins unser Interesse an widerständigen, unbequemen, nonkonformen, experimentierfreudigen und sinnlichen Versuchen, Haltung zu zeigen, Film als eine Sprache in Bewegung weiterzubringen, neue Erfahrungen mit Räumen und Licht, Geräuschen und Musik, Materialien und Anordnungen zu machen.
Mit dem diesjährigen Schwerpunkt POOR IMAGES werfen wir einige (extrem subjektive) Perspektiven auf Kunstwerke, denen Perfektion ein Gräuel ist. Wir richten unsere Sinne auf diese unreinen und fehlerhaften, paradoxerweise sogleich marginalisierten wie dominanten Formen von Bildern. Inspiration und Namensgeber war uns dabei Hito Steyerls Essay „In Defense of the Poor Image“. Darin beschreibt sie auf wenigen Seiten pointiert die politischen, ästhetischen, sozialen, kommerziellen und globalen Bedingungen von armen Bildern, die vervielfältigt, bearbeitet und getauscht, gedownloadet, geächtet und dauerkonsumiert werden. Dauerkonsum ist ja schön und gut, aber ab wann wird aus einer Ansammlung von Pixeln eigentlich ein Bild, aus einem Handyvideo ein Film? Wo treiben die elitären Logiken von Qualität, Kanon und Geschmack ihre Nägel ins Fleisch der ungebremsten, hierarchiebefreiten Kreativität?
Mit der Popularisierung der günstigen VHS-Technik in den 80er Jahren und den ersten, ungelenken Handykameras waren Wellen der Demokratisierung des Filmemachens verbunden. Neue Möglichkeiten der Teilhabe und der globalen Vernetzung eröffneten sich plötzlich und die Gräben zwischen künstlerischer Vision, Produktion, technischem Handwerk, Vermarktung, Präsentation, Archivierung und Kuration schienen endgültig zugeschüttet. Ab und an wurde auch mal die ein oder andere Machtdynamik aufgebrochen. Bis der sich selbst verdauende Killerkapitalismus wieder das Meiste zurecht geruckelt hat. Endlich also 8K. Pure. Visual. Perfection. Porentief rein. Wir sind ganz schön arm dran. Machen wir das Beste draus!
| Do 10 Sept 2026 Luru Kino | |
| 21:00 Uhr | DRINKING AND DRIVING CA 2026, R: Avalon Fast, Jillian Frank, D: Avalon Fast, Jillian Frank, Ethan Hawksworth, 105’, Englische OV, DCP |
| Sa 12 Sept 2026 Luru Kino | |
| 14:00 Uhr | DRY LEAF DE/GE 2025, R: Alexandre Koberidze, D: David Koberidze, Irina Chelidze, Giorgi Bochorishvili, OmeU, 186’, DCP |
| 18:00 Uhr | KAMAL ALJAFARI | Geschichte ohne Bilder, Bilder ohne Geschichte MIT HASAN IN GAZA PS/DE/FR/QA 2025, R: Kamal Aljafari, 106’, OmeU, DCP In Anwesenheit von Flavia Mazzarino (Produzentin und Mitarbeiterin von Kamal Aljafari) |
| 20:00 Uhr | KAMAL ALJAFARI | Geschichte ohne Bilder, Bilder ohne Geschichte A FIDAI FILM PS/DE/QA/BR/FR 2025, R: Kamal Aljafari, 78’, OmeU, DCP In Anwesenheit von Flavia Mazzarino (Produzentin und Mitarbeiterin von Kamal Aljafari) |
| So 13 Sept 2026 Luru Kino | |
| 15:00 Uhr | FRAUEN IN BERLIN DDR 1981, R: Chetna Vora, 142’, OmeU, DCP Einführung von Tobias Hering. Er ist Kurator sowie Publizist und hat in einer Langzeitrecherche zu Chetna Vora gearbeitet. |
| Mi 16 Sept 2026 UT Connewitz | |
| 21:00 Uhr | IF PIGEONS TURNED TO GOLD CZ/SK 2026, R: Pepa Lubojacki, 110’, OmeU, DCP |
| Do 17 Sept 2026 UT Connewitz | |
| 20:00 Uhr | Die Kunst des ugandischen Live Dubbing | VJ Emmy begleitet EATEN ALIVE IN UGANDA FORGET THE DIRECTOR, THIS IS EMMY’S CUT! UG/DE 2026, R: Marion Desmaret, 11′, OmeU, DCP EATEN ALIVE IN UGANDA UG 2026, R: Nabwana I.G.G., D: Alan Hofmanis Ssali, Isaac Newton Kizito, Mwebaza Faridah, 55′, OV mit Live-Kommentar, File |
| Fr 18 Sept 2026 Luru Kino | |
| 22:00 Uhr | PAST FUTURE CONTINUOUS IR/NO/IT 2025, R: Morteza Ahmadvand, Firouzeh Khosrovani, 80’, OmeU, DCP |
| So 20 Sept 2026 Luru Kino | |
| 19:00 Uhr | Ordinary Errors: everything about yourself AND WE ALL SHINE ON US 2006, Michael Robinson, 7’, no dialogue, DCP 2020 AT 2021, Friedl vom Gröller, 2’, no dialogue, DCP POV MEMORY SG/AZ 2023, Igor Smola, 13’, OV with English subtitles, DCP S/T CA 2007, Claudio Caldini, 3’, silent, DCP I CHANGE I AM THE SAME US 1969, Alice Anne Parker, Shelby Kennedy, 1’, no dialogue, DCP I WOULD RATHER BE A STONE HR 2024, Ana Hušman, 24’, OV with English subtitles, DCP EXTRA TERRESTRIAL US 2004, Rhyne Piggott, Ben Russell, 11’, no dialogue, DCP SUPERMAN XK 2002, Sokol Beqiri, 3’, no dialogue, DCP, Lender: Kontakt Collection, Vienna F1GHTING LOOKS DIFFERENT 2 ME NOW Mesa Grande Reservation/US 2022, Fox Maxy, 11’, English OV, DCP |