18./19.09.26 | Avantgarde Now! and Then! – sixpackfilm aus Wien

Avantgarde Now! and Then! sixpackfilm aus Wien

In vergangenen Ausgaben haben wir filmische Initiativen oder Vereine ausgewählt, deren Arbeit wir mit kuratierten Filmprogrammen eine Plattform bieten. Unter anderem waren das Abende mit experimentellen, selbst entwickelten und produzierten 16mm-Arbeiten von Distruktur und dem Labor Berlin (2022), zur wegweisenden Arbeit des Kino Armata in Pristina/Kosovo (2023) und ein Abend mit feministischen 16mm-Filmen aus dem Archiv der Kinemathek Asta Nielsen aus Frankfurt am Main (2024).

Diesen Strang führen wir fort mit sixpackfilm aus Wien, einem Verleih für künstlerischen Film. Zusammen mit Geschäftsführer Dietmar Schwärzler haben wir vier Programme kuratiert, um deren Arbeit als Filmverleih und -archiv zu präsentieren. Damit rücken wir einen Bereich internationaler Film- und Festivalarbeit in den Fokus, der meist öffentlich und somit für das Publikum nicht präsent bzw. zugänglich ist. sixpackfilm wurde 1990 als Non-Profit-Organisation (Verein) gegründet. Das wichtigste Ziel deren Arbeit besteht in der Herstellung von Öffentlichkeit für das österreichische künstlerische Film- und Videoschaffen. Dies geschieht auf dem Weg des Vertriebs, des Verleihs, sowie der Konzeption und Organisation von Veranstaltungen im In- und Ausland. Nach Festivalscreenings gelangen sämtliche Arbeiten in den Verleih, der mittlerweile mehr als 2.400 Titel im Programm hat. Darin lassen sich historische Klassiker der österreichischen Avantgarde – etwa Valie Export, Mara Mattuschka, Peter Weibel, Maria Lassnig, Ashley Hans Sheirl, Ursula Pürrer oder Kurt Kren – entdecken, neben jüngeren Namen wie Johann Lurf, Martha Mechow, Kurdwin Ayub, Jan Soldat, Selma Doborac oder Lukas Marxt.

Das gesamte Programm umfasst vier Teile, die in Anwesenheit von Dietmar Schwärzler und weiteren Filmemacher:innen präsentiert wird: am 17.09. ein Loop aus Kurzfilmen zum Spannungsfeld Öffentlichkeit/Privates im Milieu Kino im Rabet, am 18.09. zwei Kurzfilmprogramme, ein historisches zur österreichischen Avantgarde und eines mit gegenwärtigen Arbeiten, im Luru Kino und zum Abschluss am 19.09. ebenfalls im Luru Kino ein Programm mit Filmen von Viktoria Schmid in ihrer Anwesenheit.

Do 17 September 2026
Milieukino im Rabet
Draußen im Kino: Kurzfilme von sixpackfilm
TAPP UND TASTKINO
AT 1968, R: Valie Export, 2′, File
EIN SCHLAUCHBOOT UND AUSTERN
AT 1985, R: Ashley Hans Scheirl, Ursula Pürrer, 5′, File
ASTOR PLACE
US 1997, R: Eve Heller, 10′, File
CROSSROAD
US 2005, R: Phil Solomon, 5′, File 
SCHWERELOS
AT 2016, R: Jannis Lenz, 9′, File
Fr 18 September 2026
Luru Kino
18:00 UhrStruktur, Körper, Rebellion
ARNULF RAINER
AT 1960, R: Peter Kubelka, 7’, 16mm
START
AT 1973, R: Ernst Schmidt jr., 11 sec, DCP
HALLO
AT 1964, R: Ernst Schmidt jr., 12 sec, DCP
DIE KLEINE MASCHINE
AT 1977, R: Ernst Schmidt jr., 38 sec, DCP
DAS HAPPENING
AT 1969-1979, R: Ernst Schmidt jr., 11 sec, DCP
10/65 SELBSTVERSTÜMMELUNG
AT 1965, R: Kurt Kren, 5’, DCP
DIE GEBURT DER VENUS
AT 1970-1972, R: Moucle Blackout, 5’, DCP
COUPLES
AT/US 1972, R: Maria Lassnig, 9’, DCP
REMOTE…REMOTE…

AT 1973, R: VALIE EXPORT, 10’, DCP
KUGELKOPF
AT 1985, R: Mara Mattuschka, 6’, DCP
ROUGE ET NOIR
AT 1993, R: Linda Christanell, 10’, File
SEX AND CRIME
AT 1984, R: Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, 3’, File
GEZACKTES RINNSAL SCHLEICHT SICH SCHAMLOS SCHENKELNÄSSEND AN
AT 1985, R: Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, 4’, File
TV-AQUARIUM
AT 1970, R: Peter Weibel, 2’, File
ABBILDUNG IST EIN VERBRECHEN
AT 1970, R: Peter Weibel, 2’, File
ZEITBILD (CLUB 2)
AT 1979, R: Peter Weibel, 3’, File
GLEICHZEITIG NACKT
AT 2024, R: Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, 3’, DCP

In Anwesenheit von Ursula Pürrer und Dietmar Schwärzler
20:00 UhrFound Footage, Torten und Sex
EVERYONE DESERVES A SLICE OF THE PIE
AT 2025, R: Sasha Pirker, 17’, OmeU, DCP
DER ANGRIFF DES ALFRED EDEL AUF SICH SELBST
AT/DE 2025, R: Jan Soldat, 15’, OmeU, DCP
FOLLOW BACK
AT/DE 2025, R: Rom Sheratzky, 23’, OmeU, DCP
BLEIFREI 95
DE/AT 2025, R: Emma Hütt, Tina Muffler, 24’, OmeU, DCP

In Anwesenheit von Ursula Pürrer und Dietmar Schwärzler
Sa 19 September 2026
Luru Kino
18:00 UhrLicht, Farbe, Zeit – die Filme von Viktoria Schmid
ROJO ZALJA BLAU
AT 2025, 10′, DCP
NYC RGB
AT/US 2023, 7′, DCP
KATHARINAVIKTORIA 2(021)
AT 2021, 1′, DCP
A PROPOSAL TO PROJECT IN SCOPE
AT/LT 2020, 8′, DCP
W O W (KODAK)
AT 2018, 3′, DCP
A TAMA FOR EKTACHROME
AT 2016, 1’, DCP
A PROPOSAL TO PROJECT IN 4:3
AT 2016, 2′, DCP
IT’S A DANCE
AT 2014, 2′, DCP
KATHARINAVIKTORIA
AT 2011, 1′, DCP
ACHTUNG / HALLO 35
AT 2010, 2′, 35mm
GOLAN
AT 2012, 2’, 16mm
FOODFILMS
AT 2010, 8′, 16mm

In Anwesenheit von Viktoria Schmid und Dietmar Schwärzler

16.-18.09.2026 | Milieukino im Rabet

Milieukino im Rabet

Der Eintritt ist gegen Spende – bringt gerne eure Kids und deren Freund:innen mit.

Es ist wieder soweit! Wir freuen uns nach einem Jahr Pause erneut das imposante Milieu Kino aus Wien als mobile Spielstätte zu Gast zu haben, um auch den Leipziger Osten etwas mit GEGENkino-Flair verzaubern zu können. An drei Tagen, vom 16. bis 18.09., stehen wir im Stadtteilpark Rabet: dort könnt ihr Euch komplett dem Charme dieser einzigartigen Spielstätte hingeben. Das Milieu Kino – das kleinste Kino Österreichs – ist ein Projekt von Max Kaufmann, der es konzipiert und in jahrelanger Arbeit fertiggestellt hat. Der Saal befindet sich in einem eigens dafür umgebauten LKW. Mit nur einem Handgriff wird die Rückseite der Ladefläche zu einem Foyer mit Kasse und Bar. Mit der Neon-Leuchtschrift, den Plakatschaukästen und den 15 gepolsterten Klappsesseln im Inneren fehlt es diesem modernen Wanderkino an nichts, was man sich von einem traditionellen Kino erwartet – es gibt sogar einen 35mm-Projektor, den wir natürlich auch nutzen werden. 

Die Tage beginnen jeweils um 15 Uhr mit Programmen für Kinder, gefolgt um 17 Uhr mit Screenings für die etwas Älteren. Dieses Mal laufen gleich drei historische 35mm-Kopien – wir haben euch dabei ein Programm geschnürt, dass im wuseligen Rabet bewusst an den Ort anknüpft und sich dabei an unterschiedliche Generationen richtet, Jung und Alt begeistern soll: Monster-Abenteuer, liebevolle sowjetische Animationen, Coming-of-Age-Stories, Krach, Popmusik und Großstadt.


Sowjetische Animationsfilme für Kinder

SU 70, 10’, File / SU 70er, 30’, File

Die gezeigten Filme gelten als Meilensteine der Animationskunst. Durch feine Techniken werden ungemein atmosphärische, liebevolle Figuren und Gefühle erschaffen. Im ersten Film läuft ein Igel eines Abends durch den Wald zum Bären. Sie wollen Tee trinken und gemeinsam Sterne zählen. Er begegnet der Eule, einem Hund und einem schönen, weißen Pferd. Dummerweise sieht er nicht so gut und fällt in den Fluss. Aber er wird gerettet und sitzt schließlich am Lagerfeuer, wo ihm der Bär mit seinem Gerede ein Ohr abkaut. Und der Igel denkt zurück an das weiße Pferd im Nebel. Ein zweiter Film erzählt wiederum in lose zusammenhängenden Episoden mit melancholischer Stimmung von schwierigen Erinnerungen an Krieg und Verlust. Etliche Charaktere treten auf und wieder ab, so auch ein kleiner Wolf, der ein Menschenbaby findet.


Berlin U-Bahn / Punk / New Wave / Milieu Film

DE 80er, 100′, dt. OV, 35mm

Westberlin der späten 1980er Jahre: Auf der Suche nach einem Rockstar fährt die junge Sunnie mit der U-Bahn quer durch die Stadt und begegnet unterschiedlichsten Milieus.


Kaiju Monsterfilm

GB 60er, 80′, DF, 35mm

Der Film verlegt das beliebte Kaiju-Kino von Japan nach Großbritannien. Vor der irischen Küste fangen Schatzsucher:innen ein riesiges Meereswesen – und machen es in London zur Attraktion. Das heißt, bis dessen Mutter die Spur aufnimmt.


Draußen im Kino: Kurzfilme aus dem Bestand von sixpackfilm

TAPP UND TASTKINO / EIN SCHLAUCHBOOT UND AUSTERN / ASTOR PLACE / CROSSROAD / SCHWERELOS

AT/US 1968-2016, R: Valie Export, Ashley Hans Scheirl, Ursula Pürrer, Eve Heller, Phil Solomon, Jannis Lenz

Ausgehend von der Verlegung des Kinosaals in den öffentlichen Raum macht eine Kurzfilmrolle mit Arbeiten aus dem Bestand des Wiener Filmverleihs sixpackfilm die Grenzlinien zwischen Öffentlichem und Privatem, Sichtbarem und Verdecktem zum Thema. Valie Exports TAPP- UND TASTKINO macht auf ironische und provokante Weise im wörtlichen Sinne „begreifbar“, was der Voyeur im Schauen ertasten will. In einer Straßenaktion schnallt sich Export einen vorne und hinten offenen Kasten, den verkleinerten Kinosaal, vor die nackten Brüste. Passanten werden aufgerufen, das Kino zu besuchen…In ASTOR PLACE von Eve Heller sehen wir durch ein nach außen hin verspiegeltes Schaufenster auf den gleichnamigen Platz in New York City. Passant:innen ziehen vorbei. Ohne zu wissen, dass sie beobachtet werden, schauen sie in die Kamera, um bald davon zu ziehen. Eine Anordnung von asymmetrischen Blicken, die im Kino an Komplexität gewinnt. Ursula Pürrers und Ashley Hans Scheierls EIN SCHLAUCHBOOT UND AUSTERN ist queeres DIY-Schmalfilmkino: Punkfrauen in der New Yorker U-Bahn, Homemovie-Schnipsel und Sexuell-Surreales. Das Programm wird als Loop gezeigt.


New York Punk / New Wave Milieu Film

US 80er, 120′, engl. OF, 35mm

Der Film folgt zwei Jugendlichen, die aus einem Krankenhaus ausreißen, durch das New York City der frühen 1980er ziehen und zwischen Punk, New Wave und Piratenradio zu sich finden.


Mi 16 September 2026
Milieukino im Rabet
Eintritt gegen Spende

15:00 Uhr
Sowjetkino für Kinder
KINDERFILM 1
SU 70er 10’, File
KINDERFILM 2
SU 70er, 30’, File
17:00 UhrBERLIN U-BAHN / PUNK / NEW WAVE MILIEU FILM
DE 80er, 100′, dt. OV, 35mm
Do 17 September 2026
Milieukino im Rabet
Eintritt gegen Spende
15:00 UhrKAIJU-MONSTERFILM
GB 60er, 80′, DF, 35mm
17:00 UhrDraußen im Kino: Kurzfilme von sixpackfilm
TAPP UND TASTKINO
AT 1968, R: VALIE EXPORT , 2’, File
EIN SCHLAUCHBOOT UND AUSTERN
AT 1985, R: Ashley Hans Scheirl, Ursula Pürrer, 5’, File
ASTOR PLACE
US 1997, R: Eve Heller, 10’, File
CROSSROAD
US 2005, R: Phil Solomon, 5’, File
SCHWERELOS
AT 2016, R: Jannis Lenz, 9’, File
Fr 18 September 2026
Milieukino im Rabet
Eintritt gegen Spende
15:00 UhrWiederholung | Sowjetkino für Kinder
KINDERFILM 1
SU 70er 10’, File
KINDERFILM 2
SU 70er, 30’, File
17:00 UhrNEW YORK PUNK / NEW WAVE MILIEU FILM
US 80er, 120′, engl. OF, 35mm

ZUR SPRACHE KOMMEN | Die schnörkellos humanen Dokumentarfilme von Nurith Aviv

ZUR SPRACHE KOMMEN | Die schnörkellos humanen Dokumentarfilme von Nurith Aviv

Nurith Avivs Dokumentarkino wählt die denkbar schnörkelloseste Form, lässt Menschen in statischen Halbtotalen sprechen. Das ist im zeitgenössischen Dokumentarfilm keineswegs „in“. Während viele essayistische Arbeiten ihre Reflexionen über Kommentar, Montage und Bild-Ton-Scheren entfalten, vertraut Aviv auf die Kraft des Gesprächs, auf verbalisierende Körper. Ihre Kamera schaut bedächtig – und hört zu. In ruhig statischen Einstellungen lässt sie Sprache Ereignis werden – als Trägerin von Erinnerung, Geschichte und Identität.

Die 1945 in Israel geborene, seit den 1970er Jahren in Paris lebende Filmemacherin ist die erste ausgebildete Kamerafrau Frankreichs, vielleicht gar der Welt, wie sie selbst vorsichtig sagt. Nach enger Zusammenarbeit mit Regisseurinnen wie Agnès Varda oder Ruth Beckermann entwickelte sie ein eigenes dokumentarisches Werk, das sich konsequent den Aus- und kulturellen Abdrücken von Sprache in all ihren Facetten annimmt. Ob die Leerstellen jüdischen Lebens und Sprache im Nachkriegsdeutschland (VATERS LAND), die Suche nach einer neuen Sprachheimat in D’UNE LANGUE À L’AUTRE, die Geschichten von Vornamen in PRÉNOMS, Gebärdensprachen in SIGNER oder das stumme Blicken in SON PORTRAIT, MON PORTRAIT: Aviv interessiert sich stets für Menschen, die etwas zur Sprache bringen. Gerade in ihrer formalen Einfachheit entfaltet ihr Kino eine Form von Radikalität – ein leises GEGENkino.

So 13 September 2026
Schaubühne Lindenfels
21:00 UhrVATERS LAND
FR/DE 2002, R: Nurith Aviv, 30’, OmeU, DCP
D’UNE LANGUE À L’AUTRE
FR/DE/IL 2004, R: Nurith Aviv, 55’, OmeU, DCP
Mo 14 September 2026
Schaubühne Lindenfels
21:00 UhrSIGNER
FR/IL 2018, R: Nurith Aviv, 60’, OmeU, DCP
SON PORTRAIT, MON PORTRAIT
FR 2026, R: Nurith Aviv, 15’, ohne Dialog, DCP
Di 15 September 2026
Schaubühne Lindenfels
21:00 UhrPRÉNOMS / GIVEN NAMES
FR 2026, R: Nurith Aviv, 82’, OmeU, DCP

KAMAL ALJAFARI | Geschichte ohne Bilder, Bilder ohne Geschichte

POOR IMAGES

Kamal Aljafari (*1972) ist ein palästinensischer Filmemacher. Er lehrte an der New School in New York und an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Seine Verdienste wurden mit Stipendien am „Film Study Center – Radcliffe Institute“ an der Harvard University und zuletzt am „Institute for Ideas and Imagination“ der Columbia University gewürdigt. Er hat insgesamt zwölf Kurz- und Spielfilme gedreht. A FIDAI FILM gewann den Großen Preis der Jury bei Visions du Réel 2024. MIT HASAN IN GAZA erhielt 2025 den Europa Cinemas Label Award auf dem Filmfestival Locarno.

Das Sichtbarmachen dessen, was in dominanten Erzählungen zu fehlen scheint, schwer auszumachen ist, ist eine Konstante des Schaffens von Kamal Aljafari. Mit seinen beiden letzten Langfilmen geben wir dem subversiven Akt, Unsichtbares sichtbar zu machen, Raum. Seine Arbeiten erweitern die konzeptionellen und formalen Grenzen, die durch eine konventionelle Filmästhetik vorgegeben sind – sie erkunden ein neues Terrain politischen Kinos, das angesichts der Realität eine mögliche „filmische Gerechtigkeit” fordert, die weit über objektiven Historizismus und den didaktischen Dokumentarfilm über soziale Themen hinausgeht. Dabei überwiegt eine künstlerische Subjektivität, während die Idee des Kinos als Instrument der Kolonialisierung und Unterdrückung dekonstruiert wird. Zugleich sehen wir, wie Aljafari das Wiederaneignungspotenzial von vorgefundenem Material erforscht und sich kopfüber in unterschiedlichste Archivmaterialien stürzt, immer flankiert von einer präzisen, rigorosen Tonarbeit. Seine filmische Beschäftigung fungiert als Akt des Widerstands. Um tiefer in die Bild- und Gedankenwelten der Filme eintauchen zu können, wird seine langjährige Mitarbeiterin und Produzentin Flavia Mazzarino bei beiden Screenings zum Gespräch anwesend sein.

Sa 12 September 2026
Luru Kino
18:00 UhrMIT HASAN IN GAZA
PS/DE/FR/QA 2025, R: Kamal Aljafari, 106’, OmeU, DCP
In Anwesenheit von Flavia Mazzarino (Produzentin und Mitarbeiterin von Kamal Aljafari)
20:00 UhrA FIDAI FILM
PS/DE/QA/BR/FR 2025, R: Kamal Aljafari, 78’, OmeU, DCP
In Anwesenheit von Flavia Mazzarino (Produzentin und Mitarbeiterin von Kamal Aljafari)

Poor Images

POOR IMAGES

Ein armes Bild ist ein unterschätztes Bild und ein Gegenbild braucht ein Ursprungsbild. Eine Relation. Etwas, an dem zu reiben sich lohnt. Das GEGENkino verkörpert seit Minute eins unser Interesse an widerständigen, unbequemen, nonkonformen, experimentierfreudigen und sinnlichen Versuchen, Haltung zu zeigen, Film als eine Sprache in Bewegung weiterzubringen, neue Erfahrungen mit Räumen und Licht, Geräuschen und Musik, Materialien und Anordnungen zu machen.

Mit dem diesjährigen Schwerpunkt POOR IMAGES werfen wir einige (extrem subjektive) Perspektiven auf Kunstwerke, denen Perfektion ein Gräuel ist. Wir richten unsere Sinne auf diese unreinen und fehlerhaften, paradoxerweise sogleich marginalisierten wie dominanten Formen von Bildern. Inspiration und Namensgeber war uns dabei Hito Steyerls Essay „In Defense of the Poor Image“. Darin beschreibt sie auf wenigen Seiten pointiert die politischen, ästhetischen, sozialen, kommerziellen und globalen Bedingungen von armen Bildern, die vervielfältigt, bearbeitet und getauscht, gedownloadet, geächtet und dauerkonsumiert werden. Dauerkonsum ist ja schön und gut, aber ab wann wird aus einer Ansammlung von Pixeln eigentlich ein Bild, aus einem Handyvideo ein Film? Wo treiben die elitären Logiken von Qualität, Kanon und Geschmack ihre Nägel ins Fleisch der ungebremsten, hierarchiebefreiten Kreativität? 

Mit der Popularisierung der günstigen VHS-Technik in den 80er Jahren und den ersten, ungelenken Handykameras waren Wellen der Demokratisierung des Filmemachens verbunden. Neue Möglichkeiten der Teilhabe und der globalen Vernetzung eröffneten sich plötzlich und die Gräben zwischen künstlerischer Vision, Produktion, technischem Handwerk, Vermarktung, Präsentation, Archivierung und Kuration schienen endgültig zugeschüttet. Ab und an wurde auch mal die ein oder andere Machtdynamik aufgebrochen. Bis der sich selbst verdauende Killerkapitalismus wieder das Meiste zurecht geruckelt hat. Endlich also 8K. Pure. Visual. Perfection. Porentief rein. Wir sind ganz schön arm dran. Machen wir das Beste draus!

Do 10 Sept 2026
Luru Kino
21:00 UhrDRINKING AND DRIVING
CA 2026, R: Avalon Fast, Jillian Frank, D: Avalon Fast, Jillian Frank, Ethan Hawksworth, 105’, Englische OV, DCP
Sa 12 Sept 2026
Luru Kino
14:00 UhrDRY LEAF
DE/GE 2025, R: Alexandre Koberidze, D: David Koberidze, Irina Chelidze, Giorgi Bochorishvili, OmeU, 186’, DCP
18:00 UhrKAMAL ALJAFARI | Geschichte ohne Bilder, Bilder ohne Geschichte
MIT HASAN IN GAZA

PS/DE/FR/QA 2025, R: Kamal Aljafari, 106’, OmeU, DCP
In Anwesenheit von Flavia Mazzarino (Produzentin und Mitarbeiterin von Kamal Aljafari)
20:00 UhrKAMAL ALJAFARI | Geschichte ohne Bilder, Bilder ohne Geschichte
A FIDAI FILM
PS/DE/QA/BR/FR 2025, R: Kamal Aljafari, 78’, OmeU, DCP
In Anwesenheit von Flavia Mazzarino (Produzentin und Mitarbeiterin von Kamal Aljafari)
So 13 Sept 2026
Luru Kino
15:00 UhrFRAUEN IN BERLIN
DDR 1981, R: Chetna Vora, 142’, OmeU, DCP
Einführung von Tobias Hering. Er ist Kurator sowie Publizist und hat in einer Langzeitrecherche zu Chetna Vora gearbeitet.
Mi 16 Sept 2026
UT Connewitz
21:00 UhrIF PIGEONS TURNED TO GOLD
CZ/SK 2026, R: Pepa Lubojacki, 110’, OmeU, DCP
Do 17 Sept 2026
UT Connewitz
20:00 UhrDie Kunst des ugandischen Live Dubbing | VJ Emmy begleitet EATEN ALIVE IN UGANDA
FORGET THE DIRECTOR, THIS IS EMMY’S CUT!
UG/DE 2026, R: Marion Desmaret, 11′, OmeU, DCP
EATEN ALIVE IN UGANDA
UG 2026, R: Nabwana I.G.G., D: Alan Hofmanis Ssali, Isaac Newton Kizito, Mwebaza Faridah, 55′, OV mit Live-Kommentar, File
Fr 18 Sept 2026
Luru Kino
22:00 UhrPAST FUTURE CONTINUOUS
IR/NO/IT 2025, R: Morteza Ahmadvand, Firouzeh Khosrovani, 80’, OmeU, DCP
So 20 Sept 2026
Luru Kino
19:00 UhrOrdinary Errors: everything about yourself
AND WE ALL SHINE ON
US 2006, Michael Robinson, 7’, no dialogue, DCP
2020
AT 2021, Friedl vom Gröller, 2’, no dialogue, DCP
POV MEMORY
SG/AZ 2023, Igor Smola, 13’, OV with English subtitles, DCP
S/T
CA 2007, Claudio Caldini, 3’, silent, DCP
I CHANGE I AM THE SAME
US 1969, Alice Anne Parker, Shelby Kennedy, 1’, no dialogue, DCP
I WOULD RATHER BE A STONE
HR 2024, Ana Hušman, 24’, OV with English subtitles, DCP
EXTRA TERRESTRIAL
US 2004, Rhyne Piggott, Ben Russell, 11’, no dialogue, DCP
SUPERMAN
XK 2002, Sokol Beqiri, 3’, no dialogue, DCP, Lender: Kontakt Collection, Vienna
F1GHTING LOOKS DIFFERENT 2 ME NOW
Mesa Grande Reservation/US 2022, Fox Maxy, 11’, English OV, DCP