D 1920, R: Paul Wegener, Carl Boese, D: Paul Wegener, Albert Steinrück, Lyda Salmonova, Ernst Deutsch, 76′, viragiert, DCP 4K

TICKETS (€ 12) an der Abendkasse und im VVK unter: https://www.tixforgigs.com/Event/38121
Einigermaßen untergründig mutet die Vertonung des expressionistischen Klassikers des Weimarer Kinos DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM von Paul Wegener und Carl Boese aus dem Jahr 1920 an. Die Geschichte um Rabbi Löw, der die Lehmfigur Golem erschafft, um die drohende Vertreibung der Bewohner*innen des jüdischen Ghettos im Prag des 16. Jahrhunderts abzuwenden. Aus einer Verkettung unglücklicher Umstände heraus wendet sich die Figur in der Folge gegen seinen Schöpfer. Die von Hans Poelzig für den Film entworfenen Bauten waren wegweisend für weitere Filmarchitekturen – bis heute gilt DER GOLEM als Vorbild und Referenz für das Horrorfilmgenre. Allerorten bedrängende Phantasmagorien, Alpträume von einer Welt, deren menschliche Gesichter Fratzen und deren Straßen steile Gebirgspfade geworden, deren Behausungen windschief und einsturzgefährdet sind.
Ähnlich der Magie, die dem Lehm eingehaucht wird und ihn zum Golem werden lässt, wird die kolumbianische Soundkünstlerin und frühere Geotechnikerin Lucrecia Dalt mit ihren tiefen Bassfrequenzen in den Filmbildern neue Abgründe aktivieren. Dalt ist eine international gebuchte wie gefeierte Musikerin und Performerin. Sie bewegt sich in akademischen wie musealen Settings, als auch in Clubkontexten. In ihren subtilen Klanglandschaften unterwandert sie allzu rigide Formvorstellungen, experimentiert mit südamerikanischen Rhythmiken, geloopten Drone-Sounds und ungewöhnlichen Spoken Word-Passagen. Das geologische Framework hat sie auf ihren musikalischen Ansatz übertragen: Ihr Songwriting vergleicht sie mit Boden- und Gesteinsschichten, die sich als eine Masse auf der Erdoberfläche abgelagert haben, dabei aus Einzelelementen mit individuellen Charakteristiken zusammengesetzt sind. Klanglich ergibt sich daraus ein neuartiges, surrealistisch-angehäuftes Terrain.
| 4. September | UT Connewitz |
| 21 Uhr | € 12 [VVK: TixforGix] |
Hey folks! Die GEGENkinoköch*innen stehen wieder am Herd, sprich: stehen immer noch am Herd und rühren und rühren. Alles blubbert und brodelt seit über einem Jahr – das finale Mahl wurde immer wieder verschoben, verboten, vertagt. Der Topfinhalt hat währenddessen weiter vor sich hin geköchelt – das könnte also eine richtig gute Bolognese werden. Es ist genug für alle da, sagt gerne allen Bescheid – Friends & Lovers welcome!
Wir planen für den Spätsommer eine Festivalvariante, die an die Bedingungen angepasst ist, die drinnen stattfindet – real Kinofeeling! – die zusätzlich an den letzten warmen Tagen draußen ausgewählte, analoge Open Air-Veranstaltungen präsentiert.

Das GEGENkino ist dieses Jahr vom 26.08. bis 05.09. – im UT Connewitz, dem Luru-Kino in der Spinnerei, der Schaubühne Lindenfels, beim 2cl Sommerkino der Cinémathèque auf Conne Island und der Plagwitzer Markthalle – mehr Informationen zum Programm bald an dieser Stelle, auf facebook oder auf instagram. Bleibt uns gewogen – wir sind schon voller Vorfreude Euch endlich wiederzusehen, mit Euch einen Drink zu nehmen und quatschen und diskutieren zu können – caramba!

parasound lädt am 2.11. in die Räume des mjut ein und verhandelt anhand eines ausgesuchten Kurzfilmprogramms und der Performance TESTIMONIUM des dänischen Künstlers Jacob Kirkegaard die Dimensione des Klangs im Dokumentarischen. Anschließend geht der Abend in eine Klubnacht über.

| 28. Oktober naTo 19 Uhr | PUNISHMENT PARK USA 1970, 88 min, OmU |
| 29. Oktober naTo 19:00 Uhr | KILLER OF SHEEP Charles Burnett, USA 1977, 81 min, OmU |
| 21:00 Uhr | DRAGONFLY EYES (QING TING ZHI YAN) Bing Xu, CHN 2017, 81 min, OmeU |
| 30. Oktober naTo 19:00 Uhr | IN DEN LETZTEN TAGEN DER STADT (AKHER AYAM EL MADINA) Tamer El Said, EGY/D/UK/AE, 118 min, OmU |
| 31. Oktober naTo 19:00 Uhr | SOLEIL Ô Med Hondo, MRT/FR 1969, 98 min, OmeU WE LIVE IN SILENCE Kudzanai Chiurai, ZW 2017, 37 min, engl. OF anschließendes Gespräch |
| 1. November naTo 19:00 Uhr | OUR BELOVED MONTH OF AUGUST Miguel Gomes, PRT/FR 2008, 147 min, 35mm, OmeU |
| 2. November naTo 17:00 Uhr | BESCHREIBUNG EINER INSEL Rudolf Thome, Cynthia Beatt, DE 1979, 192 min, deutsche OV im Anschluss:Gespräch mit Rudolf Thome per Video-Telefonat |