Hey folks! Die GEGENkinoköch*innen stehen wieder am Herd, sprich: stehen immer noch am Herd und rühren und rühren. Alles blubbert und brodelt seit über einem Jahr – das finale Mahl wurde immer wieder verschoben, verboten, vertagt. Der Topfinhalt hat währenddessen weiter vor sich hin geköchelt – das könnte also eine richtig gute Bolognese werden. Es ist genug für alle da, sagt gerne allen Bescheid – Friends & Lovers welcome!
Wir planen für den Spätsommer eine Festivalvariante, die an die Bedingungen angepasst ist, die drinnen stattfindet – real Kinofeeling! – die zusätzlich an den letzten warmen Tagen draußen ausgewählte, analoge Open Air-Veranstaltungen präsentiert.

Das GEGENkino ist dieses Jahr vom 26.08. bis 05.09. – im UT Connewitz, dem Luru-Kino in der Spinnerei, der Schaubühne Lindenfels, beim 2cl Sommerkino der Cinémathèque auf Conne Island und der Plagwitzer Markthalle – mehr Informationen zum Programm bald an dieser Stelle, auf facebook oder auf instagram. Bleibt uns gewogen – wir sind schon voller Vorfreude Euch endlich wiederzusehen, mit Euch einen Drink zu nehmen und quatschen und diskutieren zu können – caramba!

parasound lädt am 2.11. in die Räume des mjut ein und verhandelt anhand eines ausgesuchten Kurzfilmprogramms und der Performance TESTIMONIUM des dänischen Künstlers Jacob Kirkegaard die Dimensione des Klangs im Dokumentarischen. Anschließend geht der Abend in eine Klubnacht über.

| 28. Oktober naTo 19 Uhr | PUNISHMENT PARK USA 1970, 88 min, OmU |
| 29. Oktober naTo 19:00 Uhr | KILLER OF SHEEP Charles Burnett, USA 1977, 81 min, OmU |
| 21:00 Uhr | DRAGONFLY EYES (QING TING ZHI YAN) Bing Xu, CHN 2017, 81 min, OmeU |
| 30. Oktober naTo 19:00 Uhr | IN DEN LETZTEN TAGEN DER STADT (AKHER AYAM EL MADINA) Tamer El Said, EGY/D/UK/AE, 118 min, OmU |
| 31. Oktober naTo 19:00 Uhr | SOLEIL Ô Med Hondo, MRT/FR 1969, 98 min, OmeU WE LIVE IN SILENCE Kudzanai Chiurai, ZW 2017, 37 min, engl. OF anschließendes Gespräch |
| 1. November naTo 19:00 Uhr | OUR BELOVED MONTH OF AUGUST Miguel Gomes, PRT/FR 2008, 147 min, 35mm, OmeU |
| 2. November naTo 17:00 Uhr | BESCHREIBUNG EINER INSEL Rudolf Thome, Cynthia Beatt, DE 1979, 192 min, deutsche OV im Anschluss:Gespräch mit Rudolf Thome per Video-Telefonat |

Das Film- und Ausstellungsprogramm paradoks stellt mittels verschiedener Formate zeitgemäße Fragen an das Wesen des Dokumentarischen im Bewegtbild. Für zwei Wochen werden im Petersbogen, in der Cinémathèque in der naTo, sowie im mjut unterschiedliche künstlerische Zugänge, als Mehrkanal-Videoinstallationen, Spielfilme, experimentell-dokumentarische Kurzfilme und Soundperformances, zu sehen sein.
Am 26.10. um 19 Uhr eröffnet im Petersbogen in der Leipziger Innenstadt die Ausstellung paradoks und gewährt in zwei Ladenflächen interessierten Besucherinnen Einblicke in aktuelle Werke lokaler Künstlerinnen. Unter den räumlich arbeitenden Installationen befinden sich drei Weltpremieren, darunter STRANGER’S DIARIES von Amel Alzakout und Khaled Abdulwahed, die auf poetisch-intensive Weise ihre eigenen Fluchterfahrungen in das Gewand einer SciFi-Lovestory hüllen. Emerson Culurgioni und Jonas Matauschek wählen in HABITAT ebenfalls Migrationsgeschichten als zentralen Orientierungspunkt einer 4-Kanal-Installation. AGAIN – NOCH EINMAL von Mario Pfeifer verwebt Originalmaterial und Reinszenierung zum Fall einer gewaltvollen Freiheitsberaubung eines geflüchteten Menschen durch eine sich spontan zusammengerottete Bürgerwehr in Arnsdorf, Sachsen. Die drei Positionen bilden das Cluster Arrival. Ein zweites Cluster – Precarious Bodies – fragt in den Arbeiten DIARIOS DE TRABAJOS von Paula Ábalos und 40H, MAX. 2 MONATE von Stefanie Schroeder nach den prekären Verhältnissen der Kunstproduktion und nach Selbstoptimierungsstrategien u.a. des Jobcenters.
Am 27.10. kommen dann in einem Podiumsgespräch die Veranstalterinnen mit ausgewählten Künstlerinnen ins Gespräch über die aktivistischen Potentiale dokumentarischer, journalistischer und hybrider Techniken und Formen.
parasound lädt am 2.11. in die Räume des mjut ein und verhandelt anhand eines ausgesuchten Kurzfilmprogramms und der Performance TESTIMONIUM des dänischen Künstlers Jacob Kirkegaard die Dimensione des Klangs im Dokumentarischen. Anschließend geht der Abend in eine Klubnacht über.
Vom 28.10 bis 2.11. zeigt die Cinémathèque Leipzig in der naTo internationale Spielfilme an den Rändern des Dokumentarischen. Was geschieht, wenn die Werkzeuge und Voraussetzungen des dokumentarischen Filmens auf den Spielfilm übertragen werden? Und was, wenn der Spielfilm die Kontrolle über seine Inszenierung nicht nur aus der Hand, sondern aufgibt? In acht Filmen werden unterschiedlichste Formen des gattungssprengenden Zusammenspiels zwischen Fiktion und Wirklichkeit sichtbar.
Der portugiesische Regisseur Miguel Gomes etwa lässt in OUR BELOVED MONTH OF AUGUST die dokumentarische Beobachtung des Dorflebens in der bergigen Region Arganil langsam in eine fiktive Inzest-Geschichte übergleiten. In Rudolf Thomes BESCHREIBUNG EINER INSEL begibt sich eine Gruppe Forschender, die von Schauspielerinnen verkörpert werden, auf eine Südseeinsel, um die Lebensweise der Inselbewohnerinnen zu studieren. Und der chinesische Konzeptkünstler Xu Bing stülpt dem authentischen Videomaterial von zahlreichen Überwachungskameras in DRAGONFLY EYES eine fiktive Geschichte über.Begleitet werden die Filmvorführungen von Einführungen und Diskussion. Am 2.11. ist Regisseur Rudolf Thome zum Gespräch per Video-Telefon anwesend.

paradoks versammelt installative Videoarbeiten lokaler und internationaler Künstlerinnen, die an der Schnittstelle von Film, Kunst und Aktivismus operieren und deren Zugänge und Ästhetiken sich an den Rändern des Dokumentarischen bewegen. In ihnen wird das Faktische durch mitunter fiktionalisierende, journalistische oder kriminalistische Techniken, wie Bildbearbeitungsverfahren oder Reenactments, modifiziert. Die Ausstellung umfasst eine Auswahl von Mehrkanal-Videoinstallationen, die sich räumlich und inhaltlich in zwei Clustern aufteilen. Während „Arrival“ verschiedene Migrationsrealitäten des (Nicht-)Ankommens in der deutschen Gesellschaft thematisiert, untersucht „Precarious Bodies“ die Arbeitsverhältnisse zeitgenössischer künstlerischer Produktion. In einer Podiumsdiskussion am 27.10. diskutieren Künstlerinne und Kurator*innen die aktivistischen Potentiale dieser sich stets im Fluss befindenden Ränder.
Am 2.11. widmet sich das Format parasound im mjut den akustische Besonderheiten dokumentarischer Formen in einem Kurzfilm-und Performanceprogramm, bevor der Abend in eine Klubnacht übergeht.