Druckfrische Festivalpässe

Ab sofort sind die Festivalpässe für das GEGENkino 2019 erhältlich. Dieser gilt für alle Veranstaltungen des diesjährigen Festivals.

Erhältlich ist der Festivalpass in der Filmgalerie Westend (Industriestraße 18), in der Buchhandlung “W. Otto Nachf.” (direkt neben dem UT Connewitz, Wolfgang-Heinze-Straße 12a) sowie im Riso Club Leipzig (Hermann-Liebmann-Straße 88).

Die Preise hierfür sind 39 Euro (voll) und 36 Euro (ermäßigt).

Ab heute wird die Stadt beklebt

Schon die schicken Poster mit den Hühnern in der Stadt gesehen? Das waren wir. Und bitte versteht sie als Aufforderung: – ins Kino zu gehen, euch herauszufordern, euch zu erinnern, eure Meinung zu hinterfragen — Es ist wieder GEGENkino-Zeit und wir erwarten euch im Dunkeln! Vom 11. bis 22. April im UT Connewitz, im Luru Kino, in der Schaubühne, in der Pracht und der GfZK.

Unser wundervolles Programm gibts bald in wundervollen Programmheften und bis dahin hier als Download:

GEGENkino #6

Licht aus, Augen auf – Das GEGENkino geht in die nächste Runde. Wir stellen unsere Auswahl für das diesjährige Festival vor!

In diesem Jahr zeigen wir zwölf volle Tage Programm und frischen Leipzig über Ostern ein bisschen auf. Wer genug vom Eiersuchen hat, sollte ohnehin ins Kino gehen. Hier noch ein paar triftige Argumente, falls die Verwandtschaft zum falschen Hasen greift:

Angela Schanelecs ICH WAR ZUHAUSE, ABER… | I T O E , Andrea Belfi und Flying Moon in Space vertonen MATERIALFILME von Birgit und Wilhelm Hein | GEGENkinder-Kino mit den MUMINS AUF KOMETENJAGD | Arbeit am BildHartmut Bitomsky | Ted Fendt DoppelSHORT STAY und CLASSICAL PERIOD – vorgestellt von Ted Fendt | BIG BANG BACKWARDS – eine Lecture-Performance mit Nadia Tsulukidze | die Ausstellung zum Schwerpunkt-Thema archivierter Erinnerungen Flackernd durchs Erinnern u.a. mit Arbeiten von Filipa César, Gabriele Stötzer, Clarissa Thieme, Ludwig Harig und Susann Maria Hempel | re.act.feminism – a performing archive und ein Vortrag von Beatrice Ellen Stammer | „MIR IST ES EGAL, WENN WIR ALS BARBAREN IN DIE GESCHICHTE EINGEHEN“ von Radu Jude | LONG DAY’S JOURNEY INTO NIGHT von Bi Gan | LA CASA LOBO von Cristóbal León & Joaquín Cociña | BÊTES BLONDES von Maxime Matray und Alexia Walther | DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN von Susanne Heinrich | ausgewählte Filme der portugiesischen Regisseurin Salomé Lamas und am Ostermontag HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT in Anwesenheit von Thomas Heise im Gespräch mit Claus Löser

und vieles mehr…


Trailer

GULYABANİ (NL/TR 2018 Gürcan Keltek)

NL/TR 2018, R/D: Gürcan Keltek, Dok/Doc 35’, OmeU/OV with English subtitles, DCP

Gulyabani. In der türkischen Mythologie ein Wesen mit übersinnlichen Fähigkeiten. Ein Djinn. Ein Ghoul. Ein kleines Mädchen aus Ìzmir wird dafür gehalten. Sie kann Tote sehen. Und kalte Herzen. Von der eigenen Familie eingesperrt, wird es als Wahrsagerin, Medium und Talisman missbraucht. Nach dem Putsch von 1980 wird sie schließlich von faschistischen Paramilitärs für ähnliche Zwecke entführt und in einer Mine festgehalten. Filmemacher Gürcan Keltek nimmt nach seiner lyrischen Dokumentararbeit METEORS die Tagebücher und Berichte einer Verwandten als Ausgangspunkt, um eine weitere klanglich und visuell beeindruckende Reise zu beginnen, in der sich Biografie und Geschichte, Aberglauben und Staatsterror, Kosmisches und Irdisches assoziativ vebinden. Luzide Phasen wechseln sich ab mit dunklem Terrain. Wir betreten jäh die Welt der Geister, verirren uns in flüchtigen Erinnerungsbildern, die zu lange im Silber lagen, verblasst sind vom Lichtentzug, porös durch unzählige Jahre Leben, überschichtet mit Erzählungen und vernarbt von seelischen Wunden.

Do 11.April 20 Uhr – UT Connewitz – € 6,5 (5,5erm.)


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La Casa Lobo / Das Wolfshaus (CL 2018, Cristóbal León & Joaquín Cociña)

CL 2018, R: Cristóbal León & Joaquín Cociña, 75’, OmdU/OV with German subtitles, DCP

Ein Imagefilm stellt sie vor: die Colonia Dignidad. Mit süßlicher Erzählerstimme berichtet der „Hirte“ vom Leben in der Gemeinschaft aus deutschen Aussiedlerinnen, räumt mit unliebsamen Gerüchten auf und erwähnt auch Maria. Maria konnte fliehen und mit ihr zwei kleine Schweinchen. Im Wald findet sie ein Haus und versteckt sich mit den Gefährten darin vor den Klauen des Wolfs. Es raschelt, knarrt und knackst, im Innern und Außen. Die Welt der traumatisierten, jungen Frau im ersten abendfüllenden Spielfilm der chilenischen Puppen- und Animationskünstler ist eine sich stets wandelnde. Farbe fließt an den Wänden entlang und formt Gesichter. Die Körper aus Pappmaché zerlaufen und bilden sich neu. Alles bröckelt, wackelt, stöhnt und starrt. Grundlage für DAS WOLFSHAUS war eine Serie von Ausstellungen, in der die Besucherinnen Anteil nehmen konnten am Entstehungsprozess. Die durch Stop-Motion- Technik zum Leben erweckten Arrangements wurden durch minutiöse Kleinarbeit in Europa und Südamerika realisiert. Im filmischen Resultat vereinen sich die großflächigen Malereien und die virtuose Skulpturkunst mit Geräuschen, Stimmen und Volksliedern zu einem ebenso intensiven wie berührenden Alptraum, der zugleich eine politische Parabel ist auf die Schreckensherrschaft Augusto Pinochets.

11. April, 20 Uhr – UT Connewitz – € 6,5 (5,5 erm.)


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