














ID/KR 2026, R: Joko Anwar, D: Abimana Aryasatya, Endy Arfian, Bront Palarae, 107‘, OmeU, DCP
Im berüchtigten indonesischen Hochsicherheitsgefängnis Labuan Angsana herrschen Gewalt, Korruption und Unterdrückung. Verfeindete Banden kämpfen ums Überleben, während sadistische Wärter ein Willkürregime führen. Als mit Dimas ein neuer Gefangener eingeliefert wird, beginnt eine grausame Mordserie: Eine unsichtbare, übernatürliche Macht richtet die Insassen auf ebenso brutale wie makabre Weise hin. Ausgerechnet die rivalisierenden Häftlinge müssen sich nun zusammenschließen, um dem blutsprudelnden Spuk zu entkommen. Schnell wird klar, dass der Geist nicht wahllos tötet, sondern einem verstörend moralischem Prinzip folgt.
Mit GHOST IN THE CELL legt Joko Anwar einen rasanten Gefängnis-Nervenkitzler vor, der Splatter, detaillierte Wundinszenierungen, Martial Arts und schwarzen Humor zu einem originellen Genrebeitrag zusammenbringt. Hinter den exzessiven Schockeffekten und grotesken Set-Pieces verbirgt sich zugleich scharfe Kritik an einem System, das von Grausamkeit und Machtmissbrauch geprägt ist. Das soziale Innensystem des Gefängnisses reproduziert die Machtverhältnisse der äußeren Realität…Mauern ohne Ausgang!
| Sa 12 September 2026 | Luru Kino |
| 22:00 Uhr | € 7,50 (6,50 ermäßigt) |














PS/DE/FR/QA 2025, R: Kamal Aljafari, 106’, OmeU, DCP
Im Jahr 2001 reist Kamal Aljafari nach Gaza auf der Suche nach einem ehemaligen Inhaftierten, zu dem er den Kontakt verloren hat. Gemeinsam mit seinem Begleiter Hasan durchquert er den Gazastreifen von Norden nach Süden: Städte, Straßen und Landschaften, Märkte und die Küste. Mit seiner Kamera hält er beiläufige Begegnungen, Gespräche und Momente des alltäglichen Lebens fest – ohne die Absicht, daraus einen Film zu machen.
Die Suche bleibt erfolglos. Zurück in Köln legt Aljafari die drei MiniDV-Kassetten beiseite und sichtet das Material erst viele Jahre später wieder. Aus dieser vergessenen Aufnahme entsteht MIT HASAN IN GAZA: eine filmische Meditation über Erinnerung, Verlust und die unwiederbringliche Veränderung von Orten und Menschen. Die Bilder werden zu Spuren einer vergangenen Gegenwart. Jede Begegnung trägt die Frage in sich, was aus den Menschen geworden ist, die hier sichtbar werden, und wie sich ein Ort durch die Zeit verändert. Aljafari bewahrt mit seinem Film nicht nur persönliche Erinnerungen, sondern auch ein Stück eines Alltags, der heute in dieser Form nicht mehr existiert.
| Sa 12 September 2026 | Luru Kino |
| 18:00 Uhr | In Anwesenheit von Flavia Mazzarino (Produzentin und Mitarbeiterin von Kamal Aljafari) € 7,50 (6,50 ermäßigt) |










PS/DE/QA/BR/FR 2025, R: Kamal Aljafari, 78’, OmeU, DCP
A FIDAI FILM ist ein Found-Footage-Film über die gewaltsame Aneignung und die Wiederaneignung palästinensischer Bilder. Im Sommer 1982 beschlagnahmte die israelische Armee während der Invasion Beiruts das Archiv des Palestine Research Center mit historischen Dokumenten, Fotografien und Filmen zur palästinensischen Geschichte. Die dort verwahrten Bilder wurden später neu geordnet, umbenannt und in israelischen Archiven verwaltet. Eine Filmrolle zeigt etwa die Orangenernte in Qalandia im Jahr 1957 – archiviert unter der Bezeichnung, sie zeige „Terrorist:innen“.
Ausgehend von diesem Verlust entwickelt Kamal Aljafari eine filmische Gegenbewegung: eine „Kamera der Entrechteten“, die das geraubte visuelle Gedächtnis zurückfordert. Mit den Mitteln des experimentellen Found Footage bearbeitet er das Material radikal. Archivtexte werden überschrieben, Bilder verdeckt, Figuren ausgeschnitten oder durch neue Bildebenen ersetzt. Diese Akte der Manipulation sind keine Zerstörung, sondern ein Versuch, die ideologischen Spuren der Archivierung sichtbar zu machen. A FIDAI FILM ist zugleich Gegenarchiv und Widerstandsgeste: eine poetische Reflexion über Erinnerung, Identität und die Macht darüber, wer Geschichte erzählen darf.
| Sa 12 September 2026 | Luru Kino |
| 20:00 Uhr | € 7,50 (6,50 ermäßigt) |







DE/GE 2025, R: Alexandre Koberidze, D: David Koberidze, Irina Chelidze, Giorgi Bochorishvili, OmeU, 186’, DCP
In DRY LEAF folgt Irakli den Spuren seiner verschwundenen Tochter durch die entlegensten Dörfer Georgiens. Gemeinsam mit ihrer Freundin – einer nur hörbaren, unsichtbaren Begleiterin – besucht er jene Fußballplätze, die Lisa zuletzt für eine Fotoserie fotografiert hat. Die Reise gleicht dabei weniger einer Fahndung als einer behutsamen Annäherung an eine Abwesende.
Alexandre Koberidze lotet die Möglichkeiten einer radikal reduzierten Filmsprache weiter aus. Die Bilder einer bewusst einfachen Smartphone-Kamera entziehen sich dokumentarischer Eindeutigkeit: Konturen lösen sich auf, Gesichter bleiben schemenhaft, Licht und digitale Artefakte bestimmen die Wahrnehmung. Gerade aus dieser visuellen Unbestimmtheit gewinnt der Film seine Kraft. Wo das Bild seine Aussage zurücknimmt, beginnt der Ton zu erzählen. Stimmen, Wind und die Kompositionen von Giorgi Koberidze verleihen selbst dem Unsichtbaren Präsenz – DRY LEAF macht hörbar, was er nicht zeigt. So entsteht ein außergewöhnliches Zusammenspiel von Bild und Klang, das daran erinnert, dass das Wesentliche oft dort beginnt, wo die Gewissheit des Sehens endet.
| Sa 12 September 2026 | Luru Kino |
| 14:00 Uhr | € 7,50 (6,50 ermäßigt) |










BR/PT 2025, R: Guto Parente, D: Noá Bonoba, Tavinho Teixeira, Nataly Rocha, 85′, OmeU, DCP
Madalena ist Filmproduzentin und im achten Monat schwanger. Sie will mit ihren Freund:innen einen Low-Budget-Science Fiction drehen, als Anerkennung für ihren Vater, der das Drehbuch geschrieben hat und gerade verstorben ist. Als Davi, der Regisseur und ihr Ex-Mann, auf mysteriöse Weise vom Filmset verschwindet, bringt das Madalena in Zugzwang: sie muss alles dafür tun, damit der Film fertig ist, bevor ihr Kind geboren wird. Oswaldo, der die Regie übernimmt, hat einen etwas ausschweifenden Stil: bei den Dreharbeiten klettert er auf ein Soundsystem und beginnt zu strippen. In all dem versucht Madalena stoisch ihrem Verlangen nach einer Zigarette nicht nachzugeben.
An der Küste Nordbrasiliens versammelt Parentes trocken humorvoller Film ein liebenswertes Ensemble, wandelt zwischen schrulliger Telenovela mit leuchtenden Farben und Sentimentalität und Melodram mit politischer Haltung. Letztere wird dabei nie explizit in den Vordergrund gestellt, sondern ist durchweg in der Schilderung der kollektiven, keineswegs perfekten, Anstrengung des Filmdrehs präsent. DEATH AND LIFE MADALENA ist eine Ode an nonkonforme Künstler:innen und ihre gegenseitige Solidarität, an die befreiende Kraft der Selbstironie und queere Freund:innenschaft.
| Do 10 September 2026 | Luru Kino |
| 19:00 Uhr | Deutschlandpremiere € 7,50 (6,50 ermäßigt) |